FRAGEN 

In Deutschland bezeichen sich immer noch viele Menschen als Christen. Leider geht das Wissen über das Christentum und den Glauben aber immer mehr zurück. Wir haben uns deshalb entschieden, auf dieser Seite ein paar Fragen zu beantworten, die uns immer wieder gestellt werden. Viele Antworten stammen aus dem Buch Fragen von Prof. Dr. Werner Gitt aus dem CLV-Verlag, das wir sehr empfehlen. Wir danken dem CLV-Verlag für die Erlaubnis, Auszüge aus diesem Buch veröffentlichen zu dürfen. 

Die Bibel ist doch von Menschen aufgeschrieben worden, darum ist alles relativ zu sehen. Wie können Sie sagen, dass sie von Gott ist und dass alles wahr ist?


Wir wollen hier die Frage nach der biblischen Wahrheit an einem ausgewählten Beispiel zeigen, das den Vorteil hat, mathematisch nachvollziehbar zu sein.

Die Bibel enthält 6408 Verse mit prophetischen Angaben, von denen sich 3268 bisher so erfüllt haben, während die restlichen Prophetien noch zukünftige Ereignisse betreffen.

Keine Voraussage ist verändert eingetroffen. Das gibt es in keinem anderen Buch der Weltgeschichte.

Hier haben wir einen – auch mathematisch ausdrückbaren – Wahrheitsgehalt vor uns, der nirgends seinesgleichen hat.

Wir wollen nun die Frage stellen, ob es möglich ist, dass sich so viele Prophetien zufällig erfüllen können, d.h., ob ihr Eintreffen ohne das Wirken Gottes erklärbar ist. Dazu werden wir uns nun der Wahrscheinlichkeitsrechnung bedienen.

In dem folgenden Berechnungsmodell wird nicht berücksichtigt, dass manchmal mehrere Verse der Bibel dazu dienen, eine einzige Prophetie zu beschreiben und zum anderen ein Vers auch mehrere Prophetien enthalten kann. Ebenso geht der Tatbestand, dass manche prophetische Aussage mehrfach erwähnt wird, nicht in die Rechnung ein. Diese Modellvereinfachung wird jedoch durch den folgenden Ansatz für die Grundwahrscheinlichkeit bei Weitem ausgeglichen.

Nimmt man die sehr hohe Grundwahrscheinlichkeit von p = 0,5 für die zufällige Erfüllung einer Einzelprophetie an, so lässt sich die Gesamtwahrscheinlichkeit w für die 3268 bisher erfüllten Prophetien mathematisch exakt errechnen. Diese beträgt w = 2–3268 = 1,714 ·10–984. Die prophetischen Aussagen sind derart, dass das Eintreten des jeweilig beschriebenen Ereignisses mathematisch mit 1:1000 bis 1 zu mehreren Millionen anzusetzen wäre. Mit dem Ansatz 1 :2 (= 0,5) liegen wir damit auf der absolut sicheren Seite.

Zum Zahlenvergleich für w wollen wir einige ausgedachte Lottosysteme betrachten. Wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Volltreffer im kommerziellen Zahlenlotto »6 aus 49« – d.h. aus 49 Feldern mit fortlaufender Nummerierung – etwa 1:14 Millionen beträgt, so wollen wir die Frage stellen: Auf wie viel Felder dürfte ein zweiter Lottoschein erweitert werden, bei dem ebenfalls 6 richtige Zahlen für einen Volltreffer zu benennen sind, um gerade auf jene Wahrscheinlichkeit zu kommen, die sich für die zufällige Erfüllung von 3268 Prophetien ergäbe? Was würden wir schätzen?

a) die Größe einer Tischtennisplatte? Auf einer Fläche von A = 1,525 · 2,74 m2 = 4,1785 m2 sind L = 167 140 Einzelfelder von der Größe, wie sie auf einem handelsüblichen Lottoschein anzutreffen sind, möglich.

b) die Größe eines Fußballfeldes? Bei A = 7350 m2 sind L = 459375 000 Einzelfelder möglich.

c) oder gar die Oberfläche der gesamten Erdkugel? Bei A = 510 Mill. Km2 sind L = 31,3653 · 1018 Einzelfelder möglich, wobei 1018 eine Trillion oder eine Million Billiarden bedeutet.

Rechnet man die Wahrscheinlichkeiten aus, um bei L durchnummerierten Feldern sechs Richtige zu ziehen, so ergeben sich für die obigen Flächen folgende Werte:

a) w = 1 : 0,4 · 1030 (bzw. 2,5 · 10–30)

b) w = 1 : 1,3 · 10 49 (bzw. 7,69 · 10–50)

c) w = 1 : 1,3 · 10114 (bzw. 7,69 · 10–115)

Wir sehen anhand der Zahlen für w, dass die Vergleiche a) bis c) völlig unzureichend sind. Das mathematische Ergebnis für die Felderzahl ist geradezu atemberaubend!

Wir müssten zu ihrem Größenvergleich die Gesamtzahl aller Atome des Universums zu Hilfe nehmen, und diese ist mit 1080 selbst nicht mehr vorstellbar. Es ist eine 1 mit 80 Nullen oder die Zahl 10 Milliarden achtmal mit sich selbst multipliziert. Auf die errechnete transastronomische Zahl von 2,74 · 10164 Feldern jenes Superlottoscheins kommt man allerdings erst durch einen weiteren, unsere Vorstellungen noch einmal übersteigenden Vergleich:

Stellt man sich so viele Universen gleicher Größe vor, wie unser Universum Atome hat, dann ist die Gesamtzahl der Atome aller dieser gedachten Universen immer noch um den Faktor 27 400 kleiner als der benötigte Lottoschein Felder haben dürfte.

Nach den obigen Betrachtungen können wir nur eine vertretbare Konsequenz ziehen: Die Prophetien sind göttlicher Art, sie können von keinem Menschen stammen. So führen uns die Berechnungen zu einem Ergebnis, das Jesus in dem bekannten Gebet zum Vater (oft fälschlicherweise als »Hohepriesterliches Gebet« bezeichnet, obwohl es sich hier nicht um einen hohepriesterlichen Dienst, d.h. Sühnung der Sünden des Volkes, handelt) auf die knappe Formel bringt:

"Dein Wort ist Wahrheit!" (Johannes 17,17).

Die Bibel kann somit nicht von menschlicher Herkunft sein, sondern es gilt: "Die ganze Schrift ist von Gottes Geist gegeben und von ihm erfüllt." (2. Timotheus 3,16). Gott benutzte auserwählte Menschen, denen er die für uns wichtige Information gab, damit sie diese – ohne dabei ihre Person, ihr Wesen und ihre Empfindungen auszuklammern – für uns aufschrieben.

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Wie kann ich prüfen, ob die Bibel wahr ist?


Ob ein mathematisch formulierter physikalischer Ablauf oder eine beschriebene chemische Reaktion unter definierten Bedingungen stattfindet oder nicht, kann nicht in einer Diskussionsrunde entschieden werden, sondern im prüfbaren Experiment.

Im Gegensatz zu allen anderen Schriften der Ideologien und Religionen nennt die Bibel Methoden, wie ihre Wahrheit durch Experiment ermittelt werden kann. Wer nicht nur philosophierend fragt, sondern zu einer echten Überzeugung kommen will, ist zu einem Experiment eingeladen, für das sich Gott selbst verbürgt:

"Du sollst die Weisungen dieses Gesetzbuches immer vor dir hersagen und Tag und Nacht darüber nachdenken, damit dein Tun ganz von dem bestimmt ist, was darin steht. Dann wirst du Erfolg haben, und was du anpackst, wird dir gelingen." (Josua 1,8).

Dieses Experiment besteht danach aus drei Teilschritten:

1. Experimentbeschreibung kennenlernen: Zunächst geht es darum, sich durch intensives Lesen mit dem Inhalt der Bibel vertraut zu machen. 2. Ausführung des Experiments: Im zweiten Schritt sind alle erkannten Anweisungen in die Tat umzusetzen. 3. Prüfung der experimentellen Daten: Alle Menschen wünschen sich ein gelungenes Leben in Ehe und Familie, Beruf und Freizeit. Die Fragen an die Ratgeber in der Regenbogenpresse legen ein beredtes Zeugnis davon ab. Kein psychologischer Eheberater, kein Industriemanager und kein politischer Berater verfügt über ein absolutes Erfolgsrezept. Nur die Bibel verspricht unter den obigen Bedingungen Gelingen und weises Handeln im Leben.

Wer dieses Experiment durchführt, kommt immer zu einer positiven Bilanz. Es gibt weder Verlust noch Risiko, also keinen verlorenen Einsatz wie beim Lottospiel oder Zinsverlust wie bei Krediten. Wer es mit der Bibel wagt, hat es mit Gott zu tun, und wird dadurch einen großen Gewinn haben.

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Was ist an der Bibel anderes als bei allen anderen Büchern der Weltliteratur?


Die Bibel unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht grundlegend von allen sonstigen Büchern der Weltgeschichte, sodass sie ein einzigartiges, einmaliges und unvergleichliches Werk darstellt:

1. Trotz über 1000-jähriger Entstehungsdauer weist die Bibel eine einzigartige Stetigkeit auf:

Die Bibel wurde in einer Zeitspanne von über 1500 Jahren von etwa 45 Schreibern unterschiedlicher Herkunft und Berufe geschrieben. Hierzu gehören z.B. der Universitätsabsolvent Mose, der militärische Oberbefehlshaber Josua, der Ministerpräsident Daniel, der Mundschenk Nehemia, der König David, der Hirte Amos, der Fischer Petrus, der Zöllner Matthäus, der Arzt Lukas und der Zeltmacher Paulus. Die Bibelteile entstanden mitunter an ungewöhnlichen Orten, wie in der Wüste (Mose), im Kerker (Jeremia), im Palast (Daniel), auf Reisen (Lukas) oder in der Verbannung (Johannes) und bei allen nur denkbaren Gemütsverfassungen der Schreiber wie Freude und Liebe, Angst und Sorge, Not und Verzweiflung. Trotz der sonst nirgends anzutreffenden Spannweite von 60 Generationen hinsichtlich ihrer zeitlichen Entstehung und der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ihrer Autoren ist die Bibel von einer einheitlichen, fein aufeinander abgestimmten Thematik. Die Schreiber behandeln Hunderte von Themen mit besonders auffälliger Harmonie und Kontinuität. Würden Menschen ohne das Wirken Gottes aus so weit entlegenen Zeitepochen und mit so unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen eine solche Themenspanne bearbeiten, so wäre erfahrungsgemäß keine Einheit zu erwarten. Insbesondere zieht sich die biblische Lehre über Gott sowie seine Heilsgeschichte mit den Menschen wie ein roter Faden durch die ganze Bibel.

2. Die Bibel enthält eine so weite Palette literarischer Gattungen wie sie in keinem anderen Buch anzutreffen ist.

Hingegen fehlen diejenigen Textarten, die nicht der Wahrheit verpflichtet sind wie z.B. Märchen, Legende und Sage. Ebenso wenig findet man solche Über- oder Untertreibungen, wie wir sie von Satiren, Glossen, Heldenreden oder Komödien kennen.

3. Die Bibel ist von einer beachtenswerten Vielseitigkeit geprägt.

Sie ist zugleich Glaubens-, Gesetz- und Geschichtsbuch. Sie liefert die Grundlagen zahlreicher Wissensgebiete und enthält tausenderlei Lebensregeln für die verschiedensten Situationen. Sie ist der beste Eheberater und beschreibt, wie wir uns zu Eltern und Kindern, zu Freunden und Feinden, zu Nachbarn und Verwandten, zu Fremden, zu Gästen und Glaubensgenossen verhalten sollen. Sie spricht über die Herkunft dieser Welt und allen Lebens, über das Wesen des Todes und über das Ende der Welt. Sie zeigt uns das Wesen Gottes des Vaters, seines Sohnes Jesus Christus und die Wirkungen des Heiligen Geistes.

4. Die Bibel ist das einzige Buch mit ausschließlich zuverlässigen prophetischen Aussagen.

Diese sind göttlichen Ursprungs (1.Samuel 9,9; 2.Samuel 24,11; 2.Petrus 1,20-21) und darum auch in keinem anderen Buch der Weltgeschichte zu finden (auch nicht im Koran oder in den Aufzeichnungen des französischen Okkultisten Nostradamus). Die Zeitspannen zwischen Niederschrift und Erfüllung sind so groß, dass auch strengste Kritiker nicht einwenden könnten, die Prophetien seien erst gegeben, nachdem die Ereignisse schon eingetreten waren.

5. Der zeitliche Aussagerahmen der Bibel findet nirgends seinesgleichen.

Die Bibel erstreckt sich in ihren Aussagen vom Anfangspunkt der physikalischen Zeitachse (Schöpfung) bis zu ihrem Endpunkt (Offenbarung 10,6) hin. Kein sonstiges Buch vermittelt etwas Gewisses über den Beginn der Zeit und vermag die Ereignisse um den Endpunkt der Zeitachse zu beschreiben. Darüber hinaus spricht die Bibel von der Ewigkeit, jener Wirklichkeit, in der unsere einengenden Zeitgesetze keine Gültigkeit mehr haben.

6. Keine Aussage der Bibel hat sich als falsch erwiesen.

Nie mussten wissenschaftliche Bezüge der Bibel aufgrund von Forschungsergebnissen revidiert werden. Hingegen gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass naturwissenschaftliche Beschreibungen in der Bibel erst etliche Jahrhunderte nach ihrer Niederschrift durch die Forschung bestätigt wurden (z.B. Zahl der Sterne (ausführlicher in So steht´s geschrieben, CLV Bielefeld, 8. Auflage; Gestalt der Erde).

7. Kein sonstiges Buch beschreibt den Menschen so realistisch wie die Bibel.

Es gibt keine komödienhaften Übertreibungen, keine retuschierten Biographien und kein glorifizierendes Heldentum, das die negativen Seiten der Menschen verbirgt oder verschleiert. So bleiben in der Bibel die Sünden der Erzväter (1.Mose 12,11-13), der Ehebruch Davids (2.Samuel 11) und die Unordnung in den Gemeinden (1.Korinther 1,11; 2.Korinther 2,1-4) nicht unerwähnt.

8. Wie kein anderes Buch erfasst die Bibel zukünftige Erscheinungen, die bei damaligem Wissensstand kein Mensch erahnen konnte (z.B. Spacelabs, Orbitalstationen: Ob 4) und schließt in ihre Lehre Situationen ein, die erst viele Jahrhunderte später aufgetreten sind (z.B. Drogenkonsum: 2.Korinther 6,16-17; Gentechnologie).

Schon diese acht genannten Besonderheiten weisen die Bibel als ein herausragendes Buch aus, dem kein anderes auch nur annähernd vergleichbar wäre.

Der Historiker Philip Schaff beschreibt die Einzigartigkeit der Schrift und den, über den sie spricht, sehr treffend: »Dieser Jesus von Nazareth besiegte ohne Geld und Waffen mehr Millionen Menschen als Alexander, Cäsar, Mohammed und Napoleon; ohne Wissenschaft und Gelehrsamkeit warf er mehr Licht auf göttliche und menschliche Dinge als alle Philosophen und Gelehrten zusammen; ohne rhetorische Kunstfertigkeit sprach er Worte des Lebens, wie sie nie zuvor oder seither gesprochen wurden, und erzielte eine Wirkung wie kein anderer Redner oder Dichter. Ohne selbst eine einzige Zeile zu schreiben, setzte er mehr Federn in Bewegung und lieferte Stoff für mehr Predigten, Reden, Diskussionen, Lehrwerke, Kunstwerke und Lobgesänge als das gesamte Heer großer Männer der Antike und Moderne.« (J. McDowell: Die Bibel im Test, S. 54)

Wenn auch die Bibel hinsichtlich der Zahl ihrer Wörter und Buchstaben exakt erfassbar ist (z.B. die englische King James Version: 783137 W. und 3566 480 B.), so ist doch die Fülle ihrer Gedanken unzählbar. Kein Menschenleben reicht aus, um den kompletten Gedankenschatz zu heben (Psalm 119,162). Die Bibel können wir darum als einziges Buch beliebig oft lesen, ohne dass sie langweilig wird. Mit jedem Lesen erschließen sich neue Gedankengänge und Querverbindungen zu anderen Texten.

Wir kommen zu einer wichtigen Schlussfolgerung: Die Bibel ist das einzige göttliche Buch. Ihre Wahrheit ist von Gott verbürgt und autorisiert (Psalm 119,160 ; Johannes 17,17).

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Gibt es heute noch neue Botschaften als Ergänzung zur Bibel? Ist Gott nicht größer als die Schrift und kann direkt zu jemand reden?


Wir müssen zwei Redeweisen Gottes unterscheiden: die für alle Menschen in gleichem Maße gültige Bibel und die individuelle Führung Gottes im Leben des Einzelnen.

1. Ergänzungen zur Bibel?

Parallel mit der Entstehung der biblischen Schriften durch von Gott berufene und von ihm autorisierte Männer (z.B. Jeremia 1,5; Galater 1,12) treten auch falsche Propheten mit eigenmächtigen Botschaften auf. Auf die auch uns bewegende Frage "Wenn du aber denkst: 'Woran soll ich erkennen, welches Wort nicht von Jahwe kommt?" (5.Mose 18,21) gibt Gott als Antwort ein entscheidendes Kriterium zur Prüfung der Wahrheit:

"Wenn der Prophet etwas im Namen Jahwes sagt, das sich nicht erfüllt und nicht eintrifft, dann hat Jahwe nicht durch ihn gesprochen. Der Prophet hat es sich angemaßt. Du brauchst dich vor ihm nicht zu fürchten." (5.Mose 18,22).

Auch in der Bergpredigt warnt Jesus vor den falschen Propheten und nennt uns ebenso die Kennzeichen ihrer Identifizierung: "Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie sehen aus wie sanfte Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Von Dornen erntet man keine Trauben und von Disteln keine Feigen." (Matthäus 7,15-16). Der Apostel Johannes weist nicht minder eindringlich auf die Gefahr hin: "Ich schreibe euch das, weil schon viele Verführer in der Welt unterwegs sind. - Jeder, der über das hinausgeht, was Christus uns gelehrt hat, wird keine Gemeinschaft mit Gott haben." (2.Johannes 7+9).

Nur die Bibel ist von Gott offenbart. Zuletzt hat Gott durch seinen Sohn geredet (Hebräer 1,1), und es wird nun keine zusätzlichen Offenbarungen mehr geben (Offenbarung 22,18). Dem Wort der Bibel ist danach nichts mehr hinzuzufügen. Schon Petrus warnt zu seiner Zeit vor "verderblichen Sonderlehren" (2.Petrus 2,1), die mit eigenen Lehren die Menschen zur Verdammnis führen. Die Zusätze zur und Entstellungen der Bibel von Joseph Smith (Buch Mormon der Mormonen) Jakob Lorbeer (Freunde der Neuoffenbarung), Ch. T. Russel (Zeugen Jehovas), M. Baker Eddy (Christliche Wissenschaft) u. a. sind keine göttlichen Botschaften, sondern bedauerliche Irrwege falscher Lehrer und Verführer.

Gott gibt keine zusätzlichen Offenbarungen, sondern nur neues Licht über das, was er uns schon längst im AT und NT mitgeteilt hat. So bleibt die Bibel die einzige verbindliche Informationsquelle und die alleinige Messlatte, an der alles zu prüfen ist. Auch Zitate heutiger Zeitgenossen mit der einleitenden Autorisierungsformel »Der Herr hat mir gesagt …« bedürfen wegen des oben Dargelegten einer strengen Prüfung.

2. Individuelle Führung Gottes:

Oft wünschten wir uns ein direktes Reden Gottes in einer bestimmten Situation. Gott könnte es tun, aber es ist nicht seine Methode. Martin Luther, John Wesley, Hudson Taylor oder Billy Graham waren bzw. sind bedeutende Gottesmänner und haben Außergewöhnliches ausgerichtet. Sie haben sich auf Gottes Wort berufen und empfingen von dort Impulse ihres segensreichen Wirkens. Unser Gebet "Lehre mich, Jahwe, deinen Weg" (Psalm 86,11) erbittet Gottes Handeln in unserem Leben. Das ist erfahrbar und erst im Nachhinein eindeutig als Wirken Gottes erkennbar, aber es geschieht lautlos ohne hörbare Stimme Gottes.

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)





FRAGEN ZU GOTT

FRAGEN ZUR BIBEL

Die Bibel ist doch von Menschen aufgeschrieben worden, darum ist alles relativ zu sehen. Wie können Sie sagen, dass sie von Gott ist und dass alles wahr ist?


Wir wollen hier die Frage nach der biblischen Wahrheit an einem ausgewählten Beispiel zeigen, das den Vorteil hat, mathematisch nachvollziehbar zu sein.

Die Bibel enthält 6408 Verse mit prophetischen Angaben, von denen sich 3268 bisher so erfüllt haben, während die restlichen Prophetien noch zukünftige Ereignisse betreffen.

Keine Voraussage ist verändert eingetroffen. Das gibt es in keinem anderen Buch der Weltgeschichte.

Hier haben wir einen – auch mathematisch ausdrückbaren – Wahrheitsgehalt vor uns, der nirgends seinesgleichen hat.

Wir wollen nun die Frage stellen, ob es möglich ist, dass sich so viele Prophetien zufällig erfüllen können, d.h., ob ihr Eintreffen ohne das Wirken Gottes erklärbar ist. Dazu werden wir uns nun der Wahrscheinlichkeitsrechnung bedienen.

In dem folgenden Berechnungsmodell wird nicht berücksichtigt, dass manchmal mehrere Verse der Bibel dazu dienen, eine einzige Prophetie zu beschreiben und zum anderen ein Vers auch mehrere Prophetien enthalten kann. Ebenso geht der Tatbestand, dass manche prophetische Aussage mehrfach erwähnt wird, nicht in die Rechnung ein. Diese Modellvereinfachung wird jedoch durch den folgenden Ansatz für die Grundwahrscheinlichkeit bei Weitem ausgeglichen.

Nimmt man die sehr hohe Grundwahrscheinlichkeit von p = 0,5 für die zufällige Erfüllung einer Einzelprophetie an, so lässt sich die Gesamtwahrscheinlichkeit w für die 3268 bisher erfüllten Prophetien mathematisch exakt errechnen. Diese beträgt w = 2–3268 = 1,714 ·10–984. Die prophetischen Aussagen sind derart, dass das Eintreten des jeweilig beschriebenen Ereignisses mathematisch mit 1:1000 bis 1 zu mehreren Millionen anzusetzen wäre. Mit dem Ansatz 1 :2 (= 0,5) liegen wir damit auf der absolut sicheren Seite.

Zum Zahlenvergleich für w wollen wir einige ausgedachte Lottosysteme betrachten. Wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Volltreffer im kommerziellen Zahlenlotto »6 aus 49« – d.h. aus 49 Feldern mit fortlaufender Nummerierung – etwa 1:14 Millionen beträgt, so wollen wir die Frage stellen: Auf wie viel Felder dürfte ein zweiter Lottoschein erweitert werden, bei dem ebenfalls 6 richtige Zahlen für einen Volltreffer zu benennen sind, um gerade auf jene Wahrscheinlichkeit zu kommen, die sich für die zufällige Erfüllung von 3268 Prophetien ergäbe? Was würden wir schätzen?

a) die Größe einer Tischtennisplatte? Auf einer Fläche von A = 1,525 · 2,74 m2 = 4,1785 m2 sind L = 167 140 Einzelfelder von der Größe, wie sie auf einem handelsüblichen Lottoschein anzutreffen sind, möglich.

b) die Größe eines Fußballfeldes? Bei A = 7350 m2 sind L = 459375 000 Einzelfelder möglich.

c) oder gar die Oberfläche der gesamten Erdkugel? Bei A = 510 Mill. Km2 sind L = 31,3653 · 1018 Einzelfelder möglich, wobei 1018 eine Trillion oder eine Million Billiarden bedeutet.

Rechnet man die Wahrscheinlichkeiten aus, um bei L durchnummerierten Feldern sechs Richtige zu ziehen, so ergeben sich für die obigen Flächen folgende Werte:

a) w = 1 : 0,4 · 1030 (bzw. 2,5 · 10–30)

b) w = 1 : 1,3 · 10 49 (bzw. 7,69 · 10–50)

c) w = 1 : 1,3 · 10114 (bzw. 7,69 · 10–115)

Wir sehen anhand der Zahlen für w, dass die Vergleiche a) bis c) völlig unzureichend sind. Das mathematische Ergebnis für die Felderzahl ist geradezu atemberaubend!

Wir müssten zu ihrem Größenvergleich die Gesamtzahl aller Atome des Universums zu Hilfe nehmen, und diese ist mit 1080 selbst nicht mehr vorstellbar. Es ist eine 1 mit 80 Nullen oder die Zahl 10 Milliarden achtmal mit sich selbst multipliziert. Auf die errechnete transastronomische Zahl von 2,74 · 10164 Feldern jenes Superlottoscheins kommt man allerdings erst durch einen weiteren, unsere Vorstellungen noch einmal übersteigenden Vergleich:

Stellt man sich so viele Universen gleicher Größe vor, wie unser Universum Atome hat, dann ist die Gesamtzahl der Atome aller dieser gedachten Universen immer noch um den Faktor 27 400 kleiner als der benötigte Lottoschein Felder haben dürfte.

Nach den obigen Betrachtungen können wir nur eine vertretbare Konsequenz ziehen: Die Prophetien sind göttlicher Art, sie können von keinem Menschen stammen. So führen uns die Berechnungen zu einem Ergebnis, das Jesus in dem bekannten Gebet zum Vater (oft fälschlicherweise als »Hohepriesterliches Gebet« bezeichnet, obwohl es sich hier nicht um einen hohepriesterlichen Dienst, d.h. Sühnung der Sünden des Volkes, handelt) auf die knappe Formel bringt:

"Dein Wort ist Wahrheit!" (Johannes 17,17).

Die Bibel kann somit nicht von menschlicher Herkunft sein, sondern es gilt: "Die ganze Schrift ist von Gottes Geist gegeben und von ihm erfüllt." (2. Timotheus 3,16). Gott benutzte auserwählte Menschen, denen er die für uns wichtige Information gab, damit sie diese – ohne dabei ihre Person, ihr Wesen und ihre Empfindungen auszuklammern – für uns aufschrieben.

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Wie kann ich prüfen, ob die Bibel wahr ist?


Ob ein mathematisch formulierter physikalischer Ablauf oder eine beschriebene chemische Reaktion unter definierten Bedingungen stattfindet oder nicht, kann nicht in einer Diskussionsrunde entschieden werden, sondern im prüfbaren Experiment.

Im Gegensatz zu allen anderen Schriften der Ideologien und Religionen nennt die Bibel Methoden, wie ihre Wahrheit durch Experiment ermittelt werden kann. Wer nicht nur philosophierend fragt, sondern zu einer echten Überzeugung kommen will, ist zu einem Experiment eingeladen, für das sich Gott selbst verbürgt:

"Du sollst die Weisungen dieses Gesetzbuches immer vor dir hersagen und Tag und Nacht darüber nachdenken, damit dein Tun ganz von dem bestimmt ist, was darin steht. Dann wirst du Erfolg haben, und was du anpackst, wird dir gelingen." (Josua 1,8).

Dieses Experiment besteht danach aus drei Teilschritten:

1. Experimentbeschreibung kennenlernen: Zunächst geht es darum, sich durch intensives Lesen mit dem Inhalt der Bibel vertraut zu machen. 2. Ausführung des Experiments: Im zweiten Schritt sind alle erkannten Anweisungen in die Tat umzusetzen. 3. Prüfung der experimentellen Daten: Alle Menschen wünschen sich ein gelungenes Leben in Ehe und Familie, Beruf und Freizeit. Die Fragen an die Ratgeber in der Regenbogenpresse legen ein beredtes Zeugnis davon ab. Kein psychologischer Eheberater, kein Industriemanager und kein politischer Berater verfügt über ein absolutes Erfolgsrezept. Nur die Bibel verspricht unter den obigen Bedingungen Gelingen und weises Handeln im Leben.

Wer dieses Experiment durchführt, kommt immer zu einer positiven Bilanz. Es gibt weder Verlust noch Risiko, also keinen verlorenen Einsatz wie beim Lottospiel oder Zinsverlust wie bei Krediten. Wer es mit der Bibel wagt, hat es mit Gott zu tun, und wird dadurch einen großen Gewinn haben.

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Was ist an der Bibel anderes als bei allen anderen Büchern der Weltliteratur?


Die Bibel unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht grundlegend von allen sonstigen Büchern der Weltgeschichte, sodass sie ein einzigartiges, einmaliges und unvergleichliches Werk darstellt:

1. Trotz über 1000-jähriger Entstehungsdauer weist die Bibel eine einzigartige Stetigkeit auf:

Die Bibel wurde in einer Zeitspanne von über 1500 Jahren von etwa 45 Schreibern unterschiedlicher Herkunft und Berufe geschrieben. Hierzu gehören z.B. der Universitätsabsolvent Mose, der militärische Oberbefehlshaber Josua, der Ministerpräsident Daniel, der Mundschenk Nehemia, der König David, der Hirte Amos, der Fischer Petrus, der Zöllner Matthäus, der Arzt Lukas und der Zeltmacher Paulus. Die Bibelteile entstanden mitunter an ungewöhnlichen Orten, wie in der Wüste (Mose), im Kerker (Jeremia), im Palast (Daniel), auf Reisen (Lukas) oder in der Verbannung (Johannes) und bei allen nur denkbaren Gemütsverfassungen der Schreiber wie Freude und Liebe, Angst und Sorge, Not und Verzweiflung. Trotz der sonst nirgends anzutreffenden Spannweite von 60 Generationen hinsichtlich ihrer zeitlichen Entstehung und der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ihrer Autoren ist die Bibel von einer einheitlichen, fein aufeinander abgestimmten Thematik. Die Schreiber behandeln Hunderte von Themen mit besonders auffälliger Harmonie und Kontinuität. Würden Menschen ohne das Wirken Gottes aus so weit entlegenen Zeitepochen und mit so unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen eine solche Themenspanne bearbeiten, so wäre erfahrungsgemäß keine Einheit zu erwarten. Insbesondere zieht sich die biblische Lehre über Gott sowie seine Heilsgeschichte mit den Menschen wie ein roter Faden durch die ganze Bibel.

2. Die Bibel enthält eine so weite Palette literarischer Gattungen wie sie in keinem anderen Buch anzutreffen ist.

Hingegen fehlen diejenigen Textarten, die nicht der Wahrheit verpflichtet sind wie z.B. Märchen, Legende und Sage. Ebenso wenig findet man solche Über- oder Untertreibungen, wie wir sie von Satiren, Glossen, Heldenreden oder Komödien kennen.

3. Die Bibel ist von einer beachtenswerten Vielseitigkeit geprägt.

Sie ist zugleich Glaubens-, Gesetz- und Geschichtsbuch. Sie liefert die Grundlagen zahlreicher Wissensgebiete und enthält tausenderlei Lebensregeln für die verschiedensten Situationen. Sie ist der beste Eheberater und beschreibt, wie wir uns zu Eltern und Kindern, zu Freunden und Feinden, zu Nachbarn und Verwandten, zu Fremden, zu Gästen und Glaubensgenossen verhalten sollen. Sie spricht über die Herkunft dieser Welt und allen Lebens, über das Wesen des Todes und über das Ende der Welt. Sie zeigt uns das Wesen Gottes des Vaters, seines Sohnes Jesus Christus und die Wirkungen des Heiligen Geistes.

4. Die Bibel ist das einzige Buch mit ausschließlich zuverlässigen prophetischen Aussagen.

Diese sind göttlichen Ursprungs (1.Samuel 9,9; 2.Samuel 24,11; 2.Petrus 1,20-21) und darum auch in keinem anderen Buch der Weltgeschichte zu finden (auch nicht im Koran oder in den Aufzeichnungen des französischen Okkultisten Nostradamus). Die Zeitspannen zwischen Niederschrift und Erfüllung sind so groß, dass auch strengste Kritiker nicht einwenden könnten, die Prophetien seien erst gegeben, nachdem die Ereignisse schon eingetreten waren.

5. Der zeitliche Aussagerahmen der Bibel findet nirgends seinesgleichen.

Die Bibel erstreckt sich in ihren Aussagen vom Anfangspunkt der physikalischen Zeitachse (Schöpfung) bis zu ihrem Endpunkt (Offenbarung 10,6) hin. Kein sonstiges Buch vermittelt etwas Gewisses über den Beginn der Zeit und vermag die Ereignisse um den Endpunkt der Zeitachse zu beschreiben. Darüber hinaus spricht die Bibel von der Ewigkeit, jener Wirklichkeit, in der unsere einengenden Zeitgesetze keine Gültigkeit mehr haben.

6. Keine Aussage der Bibel hat sich als falsch erwiesen.

Nie mussten wissenschaftliche Bezüge der Bibel aufgrund von Forschungsergebnissen revidiert werden. Hingegen gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass naturwissenschaftliche Beschreibungen in der Bibel erst etliche Jahrhunderte nach ihrer Niederschrift durch die Forschung bestätigt wurden (z.B. Zahl der Sterne (ausführlicher in So steht´s geschrieben, CLV Bielefeld, 8. Auflage; Gestalt der Erde).

7. Kein sonstiges Buch beschreibt den Menschen so realistisch wie die Bibel.

Es gibt keine komödienhaften Übertreibungen, keine retuschierten Biographien und kein glorifizierendes Heldentum, das die negativen Seiten der Menschen verbirgt oder verschleiert. So bleiben in der Bibel die Sünden der Erzväter (1.Mose 12,11-13), der Ehebruch Davids (2.Samuel 11) und die Unordnung in den Gemeinden (1.Korinther 1,11; 2.Korinther 2,1-4) nicht unerwähnt.

8. Wie kein anderes Buch erfasst die Bibel zukünftige Erscheinungen, die bei damaligem Wissensstand kein Mensch erahnen konnte (z.B. Spacelabs, Orbitalstationen: Ob 4) und schließt in ihre Lehre Situationen ein, die erst viele Jahrhunderte später aufgetreten sind (z.B. Drogenkonsum: 2.Korinther 6,16-17; Gentechnologie).

Schon diese acht genannten Besonderheiten weisen die Bibel als ein herausragendes Buch aus, dem kein anderes auch nur annähernd vergleichbar wäre.

Der Historiker Philip Schaff beschreibt die Einzigartigkeit der Schrift und den, über den sie spricht, sehr treffend: »Dieser Jesus von Nazareth besiegte ohne Geld und Waffen mehr Millionen Menschen als Alexander, Cäsar, Mohammed und Napoleon; ohne Wissenschaft und Gelehrsamkeit warf er mehr Licht auf göttliche und menschliche Dinge als alle Philosophen und Gelehrten zusammen; ohne rhetorische Kunstfertigkeit sprach er Worte des Lebens, wie sie nie zuvor oder seither gesprochen wurden, und erzielte eine Wirkung wie kein anderer Redner oder Dichter. Ohne selbst eine einzige Zeile zu schreiben, setzte er mehr Federn in Bewegung und lieferte Stoff für mehr Predigten, Reden, Diskussionen, Lehrwerke, Kunstwerke und Lobgesänge als das gesamte Heer großer Männer der Antike und Moderne.« (J. McDowell: Die Bibel im Test, S. 54)

Wenn auch die Bibel hinsichtlich der Zahl ihrer Wörter und Buchstaben exakt erfassbar ist (z.B. die englische King James Version: 783137 W. und 3566 480 B.), so ist doch die Fülle ihrer Gedanken unzählbar. Kein Menschenleben reicht aus, um den kompletten Gedankenschatz zu heben (Psalm 119,162). Die Bibel können wir darum als einziges Buch beliebig oft lesen, ohne dass sie langweilig wird. Mit jedem Lesen erschließen sich neue Gedankengänge und Querverbindungen zu anderen Texten.

Wir kommen zu einer wichtigen Schlussfolgerung: Die Bibel ist das einzige göttliche Buch. Ihre Wahrheit ist von Gott verbürgt und autorisiert (Psalm 119,160 ; Johannes 17,17).

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Gibt es heute noch neue Botschaften als Ergänzung zur Bibel? Ist Gott nicht größer als die Schrift und kann direkt zu jemand reden?


Wir müssen zwei Redeweisen Gottes unterscheiden: die für alle Menschen in gleichem Maße gültige Bibel und die individuelle Führung Gottes im Leben des Einzelnen.

1. Ergänzungen zur Bibel?

Parallel mit der Entstehung der biblischen Schriften durch von Gott berufene und von ihm autorisierte Männer (z.B. Jeremia 1,5; Galater 1,12) treten auch falsche Propheten mit eigenmächtigen Botschaften auf. Auf die auch uns bewegende Frage "Wenn du aber denkst: 'Woran soll ich erkennen, welches Wort nicht von Jahwe kommt?" (5.Mose 18,21) gibt Gott als Antwort ein entscheidendes Kriterium zur Prüfung der Wahrheit:

"Wenn der Prophet etwas im Namen Jahwes sagt, das sich nicht erfüllt und nicht eintrifft, dann hat Jahwe nicht durch ihn gesprochen. Der Prophet hat es sich angemaßt. Du brauchst dich vor ihm nicht zu fürchten." (5.Mose 18,22).

Auch in der Bergpredigt warnt Jesus vor den falschen Propheten und nennt uns ebenso die Kennzeichen ihrer Identifizierung: "Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie sehen aus wie sanfte Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Von Dornen erntet man keine Trauben und von Disteln keine Feigen." (Matthäus 7,15-16). Der Apostel Johannes weist nicht minder eindringlich auf die Gefahr hin: "Ich schreibe euch das, weil schon viele Verführer in der Welt unterwegs sind. - Jeder, der über das hinausgeht, was Christus uns gelehrt hat, wird keine Gemeinschaft mit Gott haben." (2.Johannes 7+9).

Nur die Bibel ist von Gott offenbart. Zuletzt hat Gott durch seinen Sohn geredet (Hebräer 1,1), und es wird nun keine zusätzlichen Offenbarungen mehr geben (Offenbarung 22,18). Dem Wort der Bibel ist danach nichts mehr hinzuzufügen. Schon Petrus warnt zu seiner Zeit vor "verderblichen Sonderlehren" (2.Petrus 2,1), die mit eigenen Lehren die Menschen zur Verdammnis führen. Die Zusätze zur und Entstellungen der Bibel von Joseph Smith (Buch Mormon der Mormonen) Jakob Lorbeer (Freunde der Neuoffenbarung), Ch. T. Russel (Zeugen Jehovas), M. Baker Eddy (Christliche Wissenschaft) u. a. sind keine göttlichen Botschaften, sondern bedauerliche Irrwege falscher Lehrer und Verführer.

Gott gibt keine zusätzlichen Offenbarungen, sondern nur neues Licht über das, was er uns schon längst im AT und NT mitgeteilt hat. So bleibt die Bibel die einzige verbindliche Informationsquelle und die alleinige Messlatte, an der alles zu prüfen ist. Auch Zitate heutiger Zeitgenossen mit der einleitenden Autorisierungsformel »Der Herr hat mir gesagt …« bedürfen wegen des oben Dargelegten einer strengen Prüfung.

2. Individuelle Führung Gottes:

Oft wünschten wir uns ein direktes Reden Gottes in einer bestimmten Situation. Gott könnte es tun, aber es ist nicht seine Methode. Martin Luther, John Wesley, Hudson Taylor oder Billy Graham waren bzw. sind bedeutende Gottesmänner und haben Außergewöhnliches ausgerichtet. Sie haben sich auf Gottes Wort berufen und empfingen von dort Impulse ihres segensreichen Wirkens. Unser Gebet "Lehre mich, Jahwe, deinen Weg" (Psalm 86,11) erbittet Gottes Handeln in unserem Leben. Das ist erfahrbar und erst im Nachhinein eindeutig als Wirken Gottes erkennbar, aber es geschieht lautlos ohne hörbare Stimme Gottes.

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)





FRAGEN ZUM GLAUBEN

Wodurch wird man erlöst - durch den Glauben oder durch Werke?


Im Neuen Testament finden wir zwei Aussagen, die sich auf den ersten Blick zu widersprechen scheinen:

a) Rettung durch Glauben: „Denn wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Mensch durch Glauben für gerecht erklärt wird und nicht durch das Einhalten von Gesetzesvorschriften.“ ( Römer 3,28).

b) Rettung durch Werke: „Ihr seht also, dass ein Mensch durch seine Taten gerecht gesprochen wird und nicht aus Glauben allein.“ (Jakobus 2,24).

Nach den zentralen Aussagen des Neuen Testament hat der Glaube an den Herrn Jesus Christus rettende Kraft (Johannes 3,16; Markus 16,16; Apostelgeschichte 13,39; Apostelgeschichte 16,31). Dieser rettende Glaube steht nicht in einem Fürwahrhalten biblischer Fakten, sondern in der persönlichen Beziehung zu dem Sohn Gottes:

„Wer also mit dem Sohn Gottes verbunden ist, hat das Leben“ (1. Johannes 5,12).

Wer sich zum Herrn Jesus bekehrt, erfährt dadurch die größte Veränderung des Lebens. An seinem Lebensstil und an seinen Taten wird es für jeden offensichtlich:

„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote befolgen.“ (Johannes 14,15) – „Aber auch ihr seid meine Zeugen“ (Johannes 15,27) – „Arbeitet damit, bis ich wiederkomme!“ (Lukas 19,13) – "dient so dem Herrn!" (Römer 12,11) – "Liebt eure Feinde" (Matthäus 5,44) – "Vergeltet niemand Böses mit Bösem!" (Römer 12,17) – "Vergesst nicht, Gastfreundschaft zu üben!" (Hebräer 13,2) – "Vergesst auch nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen!" (Hebräer 13,16) – "Dann sorge für meine Schafe!" (Johannes 21,17).

Jesus mit den Gaben, die man von ihm bekommen hat, zu dienen ist eine unbedingte Folge des rettenden Glaubens. Dieses Handeln wird im Neuen Testament als Frucht oder Werk des Glaubens bezeichnet. Wer nicht handelt, geht demnach verloren:

"Doch diesen nichtsnutzigen Sklaven werft in die Finsternis hinaus, wo dann das große Weinen und Zähneknirschen anfangen wird." (Matthäus 25,30).

Im Gegensatz zu den Werken des Glaubens handelt es sich bei den Werken des Gesetzes (Galater 2,16) oder den toten Werken (Hebräer 6,1; Hebräer 9,14) um die Taten dessen, der noch nicht glaubt.

Auch hier gilt: Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch längst nicht dasselbe. Der Textzusammenhang von Jakobus 2,24 – siehe obige Aussage b) – zeigt, dass der Glaube Abrahams konkrete Taten nach sich zog: Er war Gott gegenüber gehorsam, indem er aus seinem Vaterland auszog (1.Mose 12,1-6) und bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern (Jakobus 2,21). Ebenso ist das Werk der (ehemaligen) Hure Rahab (Jakobus 2,25), nämlich die Rettung der israelischen Kundschafter in Kanaan, eine Folge ihres Gottesglaubens (Josua 2,11).

So wird hieran deutlich: Zum Glauben gehören untrennbar die Werke. Genau so wie der menschliche Körper ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne die daraus folgenden Taten tot (Jakobus 2,26).

Die obigen Verse a) und b) bilden also keinen Widerspruch; wir haben es hier mit einem Fall komplementärer Aussagen zu tun, die sich ergänzen (weitere Ausführungen im Buch bei: Auslegungsgrundsätze A3 und A14 im Anhang, Teil II).

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Warum hat sich Gott die Methode des Kreuzes zur Erlösung ausgedacht? Geht das nicht auch anders?


Die Methode der Kreuzigung wird im AT nicht direkt erwähnt, wohl aber werden mehrere Details prophetisch genannt, die allein auf die Kreuzigung zutreffen wie z. B. in Psalm 22,17:

"Übles Gesindel hat mich umringt und hat mir Hände und Füße durchbohrt."

Paulus bezieht die alttestamentliche Aussage "Denn ein Gehängter ist von Gott verflucht." (5.Mose 21,23) auf den gekreuzigten Jesus (Galater 3,13).

Die von den Persern übernommene Hinrichtungsart galt bei den Römern als die »grausamste, entsetzlichste« (Cicero) und »schändlichste« (Tacitus). Das Kreuz lag im Plan Gottes; Jesus hat "das Kreuz und die Schande dieses Todes auf sich genommen." (Hebräer 12,2). "Er erniedrigte sich selbst und gehorchte Gott bis zum Tod – zum Verbrechertod am Kreuz." (Philipper 2,8).

Ob eine andere Methode des Todes – etwa durch Steinigen, Enthaupten, Vergiften, Ertränken – auch denkbar wäre, ist durch die Analogie von Fall und Erlösung auszuschließen: An einem Baum (1Mose 2,17: Baum der Erkenntnis) kam die Sünde in die Welt; an einem Baum musste sie bezahlt werden: Das Kreuz von Golgatha ist der Baum des Fluches (Galater 3,13): Jesus stirbt ehrlos und aus jeder menschlichen Gemeinschaft ausgeschlossen: Er ist verflucht.

Das Mosegesetz spricht über den Sünder den Fluch aus. Dieser liegt seit dem Sündenfall auf allen Menschen. Jesus hat den Fluch Gottes über die Sünde an unserer Statt auf sich genommen. Das Wort vom Kreuz ist nun die befreiende Botschaft für alle Menschen, die durch ihre Sünde prinzipiell unter dem Fluch stehen.

Papst Johannes Paul II. bezeichnete Auschwitz einmal als das Golgatha des 20. Jahrhunderts. In diesem Sinne gibt es heute eine theologische Richtung, die Jesus in Solidarität sieht mit anderen Leidenden, Gefolterten und Ermordeten, die wie er gelitten haben und eines grausamen Todes gestorben sind.

Aber: Der Kreuzestod Christi darf nie und nimmer mit dem Tod anderer Menschen, sein Kreuz auch nicht mit den vielen anderen Kreuzen, die um Jerusalem oder Rom standen, verglichen werden. Es hat, weil es das Kreuz des Christus, des Gottessohnes, ist, eine andere »Qualität« als alle anderen Kreuze. Er durchlitt nicht nur die Ungerechtigkeit der Mächtigen in dieser Welt, sondern als Einziger den Zorn Gottes über die Sünde. Nur er allein war das Opferlamm, das stellvertretend »für viele« das Gericht Gottes ertrug.

"Die Botschaft vom Kreuz" (1Korinther 1,18) ist seit dem das Zentrum aller christlichen Verkündigung. Paulus hat darum nur eines mitzuteilen:

"nichts anderes [...] außer Jesus Christus und ihn als den Gekreuzigten" (1.Korinther 2,2).

A. M. Hull zeigt uns die Kreuzesbedeutung in einem bekannten Erweckungslied: »Wer Jesus am Kreuze im Glauben erblickt, wird heil zu derselben Stund; drum blick nur auf ihn, den der Vater geschickt, der einst auch für dich ward verwundt.«

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Wie konnte Jesus vor 2000 Jahren für unsere Sünden sterben, die wir erst jetzt getan haben?


Der Rettungsplan Gottes für den schuldigen Menschen existierte schon bevor es die Welt gab (Epheser 1,4), weil Gott, indem er den Menschen Freiheit schenkt, nicht nur den Sündenfall einkalkuliert, sondern sogar vor ausgesehen hat. Gott hätte die Rettung durch den Herrn Jesus im Prinzip sowohl unmittelbar nach dem Sündenfall als auch erst am Ende der Weltgeschichte durchführen können; wichtig ist nur, dass sie einmal geschieht (Hebräer 9,28).

Im ersten Fall wäre die Bezahlung für die Sünde schon im Voraus erbracht; im zweiten Fall geschähe sie rückwirkend. Aus dem kaufmännischen Geschehen kennen wir ebenso beides: Vorauszahlung und spätere Zahlung.

Gott hat in seiner Weisheit den »optimalen Zeitpunkt« festgelegt. Im Blick darauf heißt es im Galaterbrief (4,4):

"Als dann aber die richtige Zeit herangekommen war, sandte Gott seinen Sohn."

Menschen, die vor dem Kommen Jesu lebten und die damaligen Anweisungen Gottes, um gerettet zu werden, beachteten, sind ebenso durch das Opfer von Golgatha gerettet wie diejenigen, die danach geboren sind und das Evangelium annehmen (Hebräer 9,15). Den zeitlichen Aspekt des für uns schon geschehenen Rettungseignisses bringt Römer 5,8 zum Ausdruck:

"Aber Gott hat seine Liebe zu uns dadurch bewiesen, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren."

Zur Zeit Abrahams oder Hiobs gab es noch nicht die Gebote. Diese Männer handelten nach ihrem Gewissen und vertrauten Gott. Das rechnet er ihnen als Gerechtigkeit an. (Römer 4,3). Zur Zeit Davids gab es längst die Gebote vom Sinai. Sie waren der Maßstab, um vor Gott gerecht zu sein; Sünden wurden durch Tieropfer zugedeckt. Die Opfertiere konnten jedoch keine Sünde bezahlen (Hebräer 10,4); sie waren lediglich der Hinweis auf das kommende Opfer Jesu. Aus diesem Grunde wird er auch als das "Opferlamm Gottes, das die Sünde der Welt auf sich nimmt." (Johannes 1,29), bezeichnet. Durch ihn erst gab es die endgültige Deckung der Schuld.

Wir leben in der Zeit, in der dieses Opfer bereits gebracht wurde. Damit sind die Tieropfer, die wie ein Schatten das eine Opfer angedeutet haben, nicht mehr nötig, und wir empfangen Vergebung aufgrund des bereits erbrachten Opfers von Jesus.

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Aufgrund des Opfertodes Jesu Christi bietet Gott allen Menschen die Vergebung der Sünden an. Warum gibt Gott nicht eine Generalamnestie?


Aufgrund des Kreuzestodes Jesu bietet Gott allen Menschen die Erlösung an, darum konnte Paulus auf dem Aeropag so allumfassend predigen:

"Gott hat zwar über die Unwissenheit vergangener Zeiten hinweggesehen, doch jetzt fordert er alle Menschen überall auf, ihre Einstellung zu ändern." (Apostelgeschichte 17,30).

Es muss nun niemand mehr wegen seiner Schuld verloren gehen. Jeder Sünder kann begnadigt werden. Wenn sogar einem Paulus, der die Gemeinde Gemeinde Jesu töten wollte, vergeben werden konnte, wieviel mehr jedem anderen auch. Von den beiden mit dem Herrn Jesus gekreuzigten Verbrechern wurde nur der eine gerettet, der mit seiner Schuld zu ihm kam. Der andere blieb Jesus weiter ablehnend und spöttisch und somit auch schuldig.

Daraus sehen wir: Gott verfügt keine Generalamnestie, sondern er handelt nach der freien Willensentscheidung jedes Einzelnen:

Ich habe dir heute (ewiges) Leben und (ewigen) Tod vorgelegt, Segen und Fluch. Wähle das (ewige) Leben, damit du am Leben bleibst" (5.Mose 30,19).

"Wisset wohl: ich (Gott) lasse euch die Wahl zwischen dem Wege, der zum (ewigen) Leben führt, und dem Wege zum (ewigen) Tode" (Jeremia 21,8; Menge).

Wer die Vergebung wirklich sucht, dem wird sie auch trotz größter Verfehlungen zuteil: "Wenn eure Sünden rot sind wie das Blut..." (Jesaja 1,18).

Zugespitzt können wir es auch so formulieren: Der Mensch geht nicht an der Sünde verloren, sondern an seinem Willen, d. h. dass er seine Schuld nicht einsehen und sich nicht ändern will. In Gottes Himmel gibt es einmal nur Freiwillige und keine Zwangseinquartierten.

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Gottes Gnade muss doch größer sein und den Menschen auch nach dem Tod die Möglichkeit der Rettung geben?


Diese Frage wird sehr häufig gestellt, weil sie uns wirklich zutiefst bewegt, wenn wir echt um die Errettung von Menschen bangen, die uns persönlich nahestehen bzw. -standen.

Es tun sich in der Tat viele Fragen auf:

Was ist mit den Menschen,

• die nur in verwässerter oder entstellter Weise von Jesus Christus gehört haben?

• die in ihren Kirchen als christliche Botschaft ausschließlich diesseitig orientierte, häufig politisch eingefärbte Vorstellungen zu hören bekamen und dann das Thema Christsein ganz abgehakt haben?

• die sich einen christlichen Schein gaben, aber im Kern ihres Lebens anders orientiert waren, als es die Bibel sagt?

• bei denen unsere evangelistischen Bemühungen offenbar ergebnislos blieben, weil wir nicht den Zugang zum Herzen des anderen fanden oder weil der andere das Evangelium nicht gewollt hat?

• die zum bewussten Atheismus oder in Sekten mit falschen Lehren erzogen wurden?

• Was ist mit den vielen jungen Leuten unserer Tage, denen ausgerechnet im Religionsunterricht der Schule eine angebliche Unglaubwürdigkeit der Bibel vermittelt wird und die sich deswegen nie mehr in ihrem Leben mit Fragen des Glaubens beschäftigen?

• Was ist schließlich mit den Menschen, die ohne ihr Verschulden nie die Gelegenheit hatten, im Einflussbereich des Evangeliums zu stehen?

Alle diese Fragen haben viele Grübler auf den Plan gerufen, und so sind die unterschiedlichsten Gruppen zu Antworten gekommen, die sich entweder auf eine Rettung nach dem Tode beziehen oder aber ein Verlorensein generell ausschließen. Nur einige der vielen sich untereinander widersprechenden Ideen wollen wir hier beispielhaft nennen:

1. Die Allversöhner behaupten, dass schließlich nach einer Zeit begrenzter Gerichte ohne jede Ausnahme alle selig werden: Hitler und Stalin ebenso wie die Nihilisten und die Spiritisten. (Ausführlicher im Buch unter [G3, 107-108] behandelt.)

2. Nach katholischer Auffassung kommen die Seelen der Toten, die noch geläutert werden müssen, ins Fegefeuer, ehe sie Zugang zum Himmel haben. Diese Lehre wurde besonders durch Augustinus und Papst Gregor d. Gr. gefördert. Die Annahme, dass die Leiden der ›Armen Seelen‹ im Fegefeuer durch Fürbitte der Lebenden abgekürzt werden können, ließ im Mittelalter das Ablasswesen und das Fest Allerseelen entstehen.

3. Bei den Mormonen besteht die Möglichkeit, dass sich ihre Mitglieder stellvertretend für Verstorbene taufen lassen können, um dadurch Ungläubige – sogar aus früheren Generationen – zu retten.

4. Nach der Lehre der Zeugen Jehovas gibt es für die Menschen (außer den 144 000) weder einen Himmel noch eine Hölle. Für ihre Anhänger ist eine runderneuerte Erde statt einer ewigen Gemeinschaft mit Gott dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus im Himmel vorgesehen. Die anderen bleiben im Grab, oder die Toten können durch das sog. »Loskaufopfer« freikommen.

5. Die Neuapostolische Kirche hat einen »Totendienst« eingerichtet, wonach ihre selbsternannten Apostel bis in die Welt der Toten hineinwirken sollen. Die Vermittlung der diesseits gewirkten Heilsgaben an die Jenseitigen geschieht durch die verstorbenen Apostel, die drüben ihre »Erlösungsarbeit« fortsetzen.

6. Andere Gruppierungen wiederum vertreten eine Lehre, wonach die an Christus Gläubigen in den Himmel kommen, die Ungläubigen hingegen endgültig vernichtet werden, sodass sie nicht mehr existent sind.

7. Eine andere Auffassung bezieht sich auf die Textstelle in 1. Petrus 3,18-20, aus der manche Ausleger eine Verkündigung im Totenreich mit dem Ziel der Errettung ableiten. (Ausführlich im Buch unter [G3, 146-153] behandelt).

Alle diese Auffassungen versuchen – sicherlich in guter Absicht – eine Hoffnung für die eingangs genannten Personengruppen zu geben. Alles Spekulieren hilft uns aber nicht weiter, und so wollen wir den befragen, der uns allein hierin helfen kann: Gott in seinem Wort.

So gilt es anhand der biblischen Texte zu prüfen, ob es noch eine Rettungsmöglichkeit nach dem Tode gibt. Da es sich hier bei um eine äußerst wichtige Fragestellung handelt, können wir davon ausgehen, dass Gott uns in der Bibel darin nicht im Unklaren lässt (vgl. im Buch Satz B51 im Anhang, Teil I). Ebenso hilft uns allein die Schrift, Irrlehren in ihrem Kern zu erkennen, um nicht durch falsche Lehre verführt zu werden.

1. Nach dem Tod folgt das Gericht:

Im Licht der Bibel erweisen sich alle Vorstellungen, wonach dem Menschen nach dem Tode noch eine Rettungsmöglichkeit angeboten wird, als Irrlichter menschlicher Phantasie.

"Und so, wie jeder Mensch nur einmal sterben muss und dann vor das Gericht Gottes gestellt wird," (Hebräer 9,27).

Das gilt für Leute, die in irgendeiner Form mit der Botschaft Gottes in Berührung gekommen sind ebenso wie für solche, die es nie gehört haben: "Wir werden doch alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden." (Römer 14,10).

Dieses Gericht hat Gott dem Sohn übergeben. Beurteilt wird nicht, was jenseits der Todesmauer noch geschehen ist, sondern nur das im Hier und Heute Erwirkte, "dann wird jeder den Lohn für das bekommen, was er in seinem Leben getan hat, mag es nun gut oder schlecht gewesen sein." (2.Korinther 5,10).

Von diesem Gerichtstermin ist niemand ausgenommen: Gläubige, Gleichgültige, Freidenker, Verführte, Heiden … kurz: die gesamte Menschheit (Apostelgeschichte 17,31).

2. Die Gerichtskriterien:

Die Kriterien des göttlichen Gerichts unterliegen keiner Willkür; niemand wird bevorzugt oder benachteiligt (1.Petrus 1,17; Römer 2,11). Die Maßstäbe hat uns Gott bekanntgegeben. Wir werden ausschließlich nach den biblisch offenbarten Regularien beurteilt:

"Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn an jenem letzten Tag verurteilen." (Johannes 12,48).

So wollen wir die wichtigsten Kriterien aus der Bibel zusammenstellen:

a) Nach Gottes Gerechtigkeit:

Wir dürfen sicher sein: "Gott handelt nicht gottlos, der Allmächtige verdreht nicht das Recht" (Hiob 34,12), denn er ist ein gerechter Richter (2.Timotheus 4,8). Hier gibt es keine Verdrehungen und Entstellungen, weil Wahrheit und Gerechtigkeit voll zum Zuge kommen: "Ja, Herr, du allmächtiger Gott! Wahr und gerecht sind die Urteile deines Gerichts." (Offenbarung 16,7).

b) Nach dem Maß des uns Anvertrauten:

Kein Mensch ist dem anderen gleich, und jedem ist unterschiedlich viel anvertraut. Die nicht evangelisierten Heiden haben eine geringere Erkenntnis von Gott, nämlich nur aus der Schöpfung (Römer 1,20) und vom Gewissen her (Römer 2,15), als jene Menschen, die das Evangelium hören konnten. Einem Reichen stehen andere Möglichkeiten zur Verfügung, Gutes zu tun und die Ausbreitung des Evangeliums zu unterstützen als einem Armen. Ein mit mancherlei geistigen Fähigkeiten Begabter steht in einer besonderen Verantwortung. Es ist ein Unterschied, ob jemand in einer Diktatur mit zahlreichen Einschränkungen leben musste oder in einem freien Land wir ken konnte. Der Herr sagt in Lukas 12,48:

"Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel gefordert werden, und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr verlangen."

c) Nach unseren Werken:

Gott kennt die Handlungen eines jeden, und "wird jedem das geben, was er für sein Tun verdient hat." (Römer 2,6). Das sind sowohl die ausgeführten Taten (Matthäus 25,34-40) als auch die unterlassenen (Matthäus 25,41-46). Die Handlungen aller Menschen sind in den Büchern Gottes verzeichnet und bilden die Grundlage der Bewertung im Gericht (Offenbarung 20,12-13).

d) Nach unserer Frucht:

Alles, was wir im Namen Jesu tun (Lukas 19,13), – unser Verhalten, unser Wirken – deutet die Bibel als unvergängliche Frucht (Johannes 15,16). Diese ist ein grundlegender Beurteilungsmaßstab im Gericht (Lukas 19,16-27). Während alle toten Werke verbrennen (1.Korinther 3,15), wird alles Bleibende belohnt (1.Korinther 3,14).

e) Nach unserer Liebe:

Die Liebe ist eine besondere Frucht, denn sie ist die größte (1.Korinther 13,13). Sie ist des Gesetzes Erfüllung (Römer 13,10). Gemeint ist hier, was wir in der Liebe zu Gott (Matthäus 22,37) und in der Liebe zu Jesus (Johannes 21,15) getan haben. Die selbstlose Liebe ist zu unterscheiden von der berechnenden Liebe:

"Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr dafür wohl verdient?" (Matthäus 5,46).

Der Pharisäer Simon hatte Jesus in sein Haus geladen, aber er gab ihm noch nicht einmal Wasser, um die Füße zu waschen (Lukas 7,44). Die Sünderin salbte seine Füße mit kostbarer Salbe. Sie empfing viel Sündenvergebung, darum hat sie dem Herrn viel Liebe erzeigt (Lukas 7,47). Die Liebe ist eine Frucht des Geistes (Galater 5,22); sie hat Ewigkeitsbedeutung.

f) Nach unseren Worten:

Nach der Aussage Jesu haben unsere Worte ewigkeitsentscheidenden Charakter. Dieser Aspekt im Gericht ist uns vielleicht am wenigsten bewusst:

"Ich sage euch: Am Tag des Gerichts werden die Menschen Rechenschaft über jedes nutzlose Wort ablegen müssen, das sie gesagt haben. Denn aufgrund deiner eigenen Worte wirst du freigesprochen oder verurteilt werden." (Matthäus 12,36-37).

g) Nach unserer Verantwortlichkeit:

Von unserer schöpfungsmäßigen Persönlichkeitsstruktur sind wir auf Verantwortung hin angelegt. Gott hat uns einen großen Freiraum zugebilligt, in dem wir selbst die Verantwortung tragen. Auch im Falle von Verführung sind wir für unser Tun verantwortlich.

Obwohl Adams Ungehorsam nicht aus eigenem Willen, son dern durch Verführung geschah, musste er dennoch die Folgen tragen. Weil Glaubensverführung in Verlorenheit endet, sind die biblischen Mahnungen hier besonders eindringlich (z. B. Matthäus 24,11-13; Epheser 4,14; Epheser 5,6; 2.Timotheus 2,16-18). Aus diesem Grunde dürfen die Irrlehren der Sekten in ihrer Auswirkung nicht unterschätzt werden.

h) Nach unserer Stellung zu Jesus Christus:

Unser persönliches Verhältnis zu dem Sohn Gottes gibt den alles entscheidenden Ausschlag: "Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben. Wer dem Sohn aber nicht vertrauen will, wird das ewige Leben nie zu sehen bekommen, denn Gottes Zorn wird auf ihm bleiben." (Johannes 3,36).

Die Sünde brachte die Verdammnis über alle Menschen (Römer 5,18). Der einzige Ausweg daraus ist unsere Bindung an Christus: "Es gibt jetzt also kein Verdammungsurteil mehr für die, die ganz mit Jesus Christus verbunden sind" (Römer 8,1).

3. Das Urteil im Gericht:

Nach den o.g. Kriterien wird jeder individuell beurteilt. Es wird kein Aspekt im Leben eines Menschen übersehen. Wie lautet das Gesamturteil? Es wird eine Zweiteilung der Menschheit geben, die Jesus im Diesseits als Einladung formuliert:

"Geht durch das enge Tor! Denn das weite Tor und der breite Weg führen ins Verderben, und viele sind dorthin unterwegs. Wie eng ist das Tor und wie schmal der Weg, der ins Leben führt, und nur wenige sind es, die ihn finden!" (Matthäus 7,13-14).

Es gibt keinen »goldenen Mittelweg« für die Unentschiedenen und keinen neutralen Aufenthaltsort zwischen Himmel und Hölle. Am Ende – wie schon in diesem Leben erkennbar – wird nur zwischen Geretteten und Verlorenen unterschieden. Der einen Gruppe wird der Herr sagen:

"Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet. Nehmt das Reich in Besitz, das schon seit Gründung der Welt auf euch wartet!" (Matthäus 25,34), und die andere bekommt zu hören: "Ich kenne euch nicht und weiß auch nicht, wo ihr her seid! .... Macht euch fort!" (Lukas 13,25+27).

In der letzten Gruppe befinden sich nicht nur die Freidenker und Heiden, sondern auch Menschen, die um die Botschaft Jesu wussten, aber ihm nicht im Gehorsam gedient haben. Er staunt rufen sie aus: "Aber wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und auf unseren Straßen hast du gelehrt." (Lukas 13,26).

4. Unsere Konsequenzen:

Nach dem Tode gibt es – biblisch gesehen – keine Rettungsmöglichkeit mehr. Die Entscheidung fällt in diesem Leben, darum sagt der Herr Jesus:

"Die Tür ist eng. Setzt alles dran, hineinzukommen!" (Lukas 13,24).

Im Gericht werden die Bücher Gottes mit allen Details über unser diesseitiges Handeln aufgetan (Offenbarung 20,12). Wohl dem, der dann im Buch des Lebens steht. Die nichtchristlichen Religionen haben keine rettende Kraft. Wie viele Menschen gerettet werden, die die Frohe Botschaft nie vernahmen, sich aber nach Gott ausgestreckt (Apostelgeschichte 17,27) und nach dem ewigen Leben getrachtet haben (Römer 2,7), wissen wir nicht.

Für uns aber, die wir das Evangelium gehört haben, gibt es einmal keine Entschuldigung und kein Entrinnen (Hebräer 2,3), wenn wir an dem Heil vorübergehen. Wir haben die Chance der Rettung gehabt. Wie dieses Heil angenommen werden kann, ist im Anhang des Buches (Teil I, Pkt. 10) ausführlich dargelegt.

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Sind Kinder, die zu früh gestorben sind, um je eine Entscheidung treffen zu können, Abgetriebene und geistig Kranke verloren?


Grundlegend ist hier zunächst die Frage, von welchem Zeitpunkt an ein Embryo als Mensch anzusehen ist. Glaubt man säkularen Zeitströmungen, so gewinnt man den Eindruck, dies sei in die Beliebigkeit individueller Auffassun gen oder des staatlichen Gesetzgebers gestellt. Suchen wir verlässliche Maßstäbe für den Beginn des Menschseins, so finden wir sie in der Bibel.

Die individuelle Menschwerdung setzt mit dem Verschmelzen der männlichen Samenzelle mit der weiblichen Eizelle ein. Bei jeder Embryonalentwicklung haben wir es mit dem direkten Eingriff des Schöpfers zu tun:

"Denn du selbst hast mein Inneres gebildet, mich zusammengefügt im Leib meiner Mutter. Ich preise dich, dass ich so wunderbar und staunenswert erschaffen bin. Ja, das habe ich erkannt: Deine Werke sind wunderbar! (Psalm 139,13-14).

Bei der Berufung des Jeremia verweist Gott darauf, dass er ihn schon längst vor seiner Geburt als Persönlichkeit ansah und ihn für die ihm zugedachte Aufgabe auserwählt hatte:

"Noch bevor ich dich im Mutterleib formte, hatte ich dich erwählt. Noch ehe du geboren wurdest, hatte ich dich geweiht: Zum Propheten für die Völker bist du bestimmt!" (Jeremia 1,5).

Halten wir fest: Der Mensch ist ein Individuum von Anfang an und nach zahlreichen biblischen Texten (z. B. Lukas 16,19-31; Hebräer 9,27) ein Ewigkeitsgeschöpf, dessen Existenz nie aus gelöscht wird.

Wo aber bleibt der Mensch, nachdem er gestorben ist? Eindeutig ist der Fall bei allen Menschen, die das Evangelium gehört haben und in der Lage waren, eine Entscheidung zu treffen. Auch der Wille Gottes ist eindeutig:

"Der Herr [...] hat Geduld mit euch, denn er will nicht, dass irgendjemand ins Verderben geht, sondern dass alle Gelegenheit haben, zu ihm umzukehren" (2.Petrus 3,9).

Heil und Unheil hängen damit nur noch von unserem Willen ab. Wir haben die Freiheit, aufzubrechen zum Himmel oder zur Hölle. Beide Wege sind uns zur Entscheidung vorgelegt (5.Mose 30,19; Jeremia 21,8).

Die obigen Personengruppen aber verfügen nicht über den Willen, eine solche weitreichende Entscheidung zu treffen. Gemäß einer mittelalterlichen Irrlehre wurde die Auffassung vertreten, dass die Seelen ungetaufter Kinder nach ihrem frühen Tod in die Verdammnis gingen. Hierbei handelt es sich um die unbiblische Lehre, dass die Taufe Unmündige errettet. Nach den zentralen biblischen Aussagen hat nicht die Taufe, sondern der Glaube an den Herrn Jesus rettende Kraft (Apostelgeschichte 16,31).

Zur Beantwortung der obigen Frage hilft uns somit nicht die Kindertaufe weiter, die ja an Abgetriebenen ohnehin nicht möglich ist. Die Lösung finden wir im Maßstab Gottes: Gott verdammt niemand mit Unrecht (Hiob 34,12), denn seine Gerichte sind absolut gerecht (Offenabrung 16,7) und unparteiisch (1.Petrus 1,17; Römer 2,11). So dürfen wir annehmen, dass die vorgenannten Personen nicht der Verdammnis verfallen. Sie selbst tragen keinerlei eigene Schuld an ihrem Schicksal.

Als zu Jesus Kleinkinder (und wohl auch Säuglinge) gebracht wurden, sahen die Jünger darin eine unnötige Belästigung des Herrn Jesus, da er einen anstrengenden Tag hinter sich hatte. Jesus aber stellt bei dieser Gelegenheit die Kinder in besonderer Weise als Erben des Himmelreiches heraus:

"Laßt die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran! Denn für ihresgleichen ist das Reich Gottes bestimmt." (Markus 10,14; Menge).

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Wie kann die christliche Religion behaupten, als einzige den Weg zum ewigen Leben zu haben?


Keine Religion rettet, auch nicht die christliche, wenn sie als Religion auftritt. Es gibt nur einen Gott, nämlich den, der Himmel und Erde gemacht hat. Nur die Bibel berichtet von diesem Gott. Nur er kann uns darum verbindlich sagen, was zu unserer Rettung dient. Wäre irgendeine Religion in der Lage, uns vor der ewigen Verlorenheit retten zu können, so hätte Gott uns diese genannt. Der Tod Jesus am Kreuz wäre dann nicht erforderlich gewesen. Da aber das Opfer von Golgatha erbracht wurde, war es zur Rettung unbedingt nötig. Somit gibt uns das Kreuz Jesu den eindeutigen Hinweis, dass es keine billigere Methode gab, um die Sünde vor dem heiligen Gott zu bezahlen. Im Kreuzestod Jesu hat Gott unsere Sünde gerichtet, sodass uns nun allein die persönliche Hinwendung zu Jesus Christus und die Übergabe unseres Lebens an ihn retten. In allen Religionen muss sich der Mensch durch eigene Anstrengung selbst erlösen; nach dem Evangelium hat Gott alles durch seinen eigenen Sohn getan, und der Mensch nimmt die Rettung nur noch im Glauben in Empfang. Darum heißt es in Apostelgeschichte 4,12 auch so ausschließlich: "In keinem anderen ist Rettung zu finden, denn unter dem ganzen Himmelsgewölbe gibt es keinen vergleichbaren Namen (als Jesus). Nur dieser Name ist den Menschen gegeben worden. Durch ihn müssen wir gerettet werden." Außer Jesus gibt es keine andere Brücke in den Himmel! Alle Religionen sind nur glitzernde Fata Morganen in der Wüste einer verlorenen Menschheit. Einem Verdurstenden hilft kein Wahnbild einer Wasserquelle. Ebenso bringt die Toleranzidee gegenüber allen Phantasiegebilden den Menschen letztlich zu Tode ( Sprüche 14,12). Er braucht frisches Wasser. Die Bibel zeigt mit großer Eindeutigkeit auf die einzige reale Oase, auf die einzige Überlebenschance, auf Jesus Christus: "Ich bin der Weg!", antwortete Jesus. "Ich bin die Wahrheit und das Leben! Zum Vater kommt man nur durch mich." ( Johannes 14,6). "Das Fundament ist schon gelegt, es ist Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen" ( 1Korinther 3,11). "Wer also mit dem Sohn Gottes verbunden ist, hat das Leben; wer nicht, hat es nicht" ( 1Johannes 5,12). Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Beten Christen und Muslime zum selben Gott? (Frage eines Moslems)


»Darf ich eine Gegenfrage stellen: Ist Ihr Gott Allah der Vater Jesu Christi?« – »Nein, Allah hat keinen Sohn. Das wäre ja eine Gotteslästerung!« – »Sehen Sie, dann sind auch Ihr Gott und mein Gott nicht derselbe Gott.« Angesichts der vielen Religionen drängt sich auch vielen anderen die tolerante Frage auf, ob sie nicht letztlich alle ein und denselben Gott verehren. Schon zu alttestamentlicher Zeit bezeugt sich der Gott der Bibel als der einzige: "Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, außer mir gibt es keinen Gott!" ( Jesaja 44,6); "Ich bin Jahwe, einen Retter außer mir gibt es nicht!" ( Jesaja 43,11). Dieser lebendige Gott ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ( Matthäus 22,32); er ist der Vater Jesu Christi ( Markus 14,36a). Auf folgende Unterschiede zwischen Allah und dem Vater Jesu Christi ist hier zu verweisen: 1. Das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen: Im Islam offenbart sich Gott überhaupt nicht. Er bleibt in unerreichbarer Ferne. Der ständige Ruf »Allahu akbar« – Gott ist der immer noch Größere – manifestiert: Man kann in kein persönliches Verhältnis zu ihm treten. Allah bleibt immer jenseitig, wie ein orientalischer Herrscher hoch über seinen Untertanen thronend. 2. Vater-Kind-Beziehung: Für den Muslim sind Begriffe wie die Gotteskindschaft des Menschen und das Vatersein Gottes ( "Abba, Vater", Römer 8,15) nicht nur unverständlich, sondern sogar gotteslästerlich, denn Allah ist von dieser Welt strikt getrennt. 3. Gott als Mensch: Das zentrale Ereignis der biblischen Heilsgeschichte ist die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Gott lebte nicht nur unter uns, er durchlitt alle Sünde bis zum Tode am Kreuz. Die daraus folgende Erlösung des Menschen ist für den Islam nicht nachvollziehbar. 4. Gottes Barmherzigkeit und Liebe: Wenn Gott gegenüber dem Sünder barmherzig sein kann, dann ist der Preis dafür unvorstellbar groß: "Doch mit deinen Sünden hast du mir Arbeit gemacht, mich ermüdet mit deinen Vergehen!" ( Jesaja 43,24). Gott ist barmherzig zu uns, weil er uns teuer erkauft hat ( 1Korinther 6,20; 1Petrus 1,19). Die Barmherzigkeit Allahs kostet nichts; sie ist willkürlich. 5. Gott ist unsere Zuversicht: Undenkbar ist im Islam ein Gott, der uns Zuflucht, Geborgenheit, Frieden und Heilsgewissheit schenkt: "Denn ich bin überzeugt: Weder Tod noch Leben, ... - nichts in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn." ( Römer 8,38-39). Undenkbar sind im Islam die Selbsterniedrigung Gottes bis zum Tod am Kreuz und der Heilige Geist, der ausgegossen ist in unsere Herzen, undenkbar auch die Wiederkunft Jesu in Macht und Herrlichkeit. Der Gott des Koran und der Gott der Bibel mögen hier und da verbale Ähnlichkeiten zeigen. Bei näherem Hinschauen gibt es keine Gemeinsamkeiten zwischen ihnen. Darum ist es auch nicht derselbe Gott, zu dem Moslems und Christen beten. Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Was ist der Sinn des Lebens?


Wir Menschen sind die einzigen irdischen Wesen, die nach Sinn fragen. Uns bewegen drei Grundfragen: Woher komme ich? Wozu lebe ich? Wohin gehe ich? Viele haben darüber nachgedacht. Der Karlsruher Philosoph Hans Lenk betont, dass wir von seinem Fachgebiet keinerlei Antworten zu erwarten haben, wenn er schreibt: »Die Philosophie gibt selten endgültige inhaltliche Lösungen; sie ist ein Problemfach, kein Stoff- und Ergebnisfach. Für sie ist u.U. eine neue Problemperspektive viel wichtiger als eine Teillösung einer überlieferten Frage.« Der Dichter Hermann Hesse schreibt: »Das Leben ist sinnlos, grausam, dumm und dennoch prachtvoll – es macht sich nicht über den Menschen lustig, aber es kümmert sich um den Menschen nicht mehr als um den Regenwurm.« Die französische Schriftstellerin des Existenzialismus und Atheistin Simone de Beauvoirverirrt sich in Sinnlosigkeit: »Welchen Sinn hat das Leben, wenn es doch radikal vernichtet wird? Weshalb ist es dann da gewesen? Sinnlos ist letztlich alles: die Schönheit des Lebens, die Taten der Menschen, alles. Das Leben ist absurd.« Auch die Wissenschaften wie Psychologie, Biologie, Medizin können uns keine Antwort geben, weil die Sinnfrage nicht zu ihrem Aussagenfeld gehört. Manche Leute sehen den Sinn ihres Lebens darin, dass • sie Gutes tun wollen: Viele hegen diesen humanistischen Gedanken, der noch nicht spezifisch christlich ist. Gutes zu tun ist zwar auch den Christen aufgetragen ( Galater 6,10; 2.Thessalonicher 3,13), aber wer gute Werke tut, ist damit noch kein Christ. • sie selbst zu Ansehen kommen: Sportler streben nach Weltmeistertiteln und Goldmedaillen. Künstler suchen ihre Anerkennung auf den Bühnen dieser Welt. • sie sich Unvergängliches schaffen wollen: So meinen sie, in ihren Kindern oder in der Gesellschaft weiterzuleben (z.B. durch Stiftungen, die mit ihrem Namen verbunden sind). Andere wünschen, sich in eigenen Gedichten, Memoiren oder Tagebüchern zu verewigen. Wir sollten bedenken: Aller weltlicher Ruhm ist nur zeitlich. Nach unserem Tod haben wir selbst nichts mehr davon, denn wohin wir gehen, da "haben wir auf ewig keinen Anteil mehr an dem, wasunter der Sonne geschieht." ( Prediger 9,6). Wenn unser Leben eine Schöpfung Gottes ist, so kann es nur dann sinnvoll sein, wenn es mit diesem Gott gelebt und von ihm geführt wird. Ein Menschenherz – selbst wenn es alles Glück dieser Welt besäße – bliebe rastlos, leer und unerfüllt, wenn es nicht Ruhe in Gott fände. Darum wollen wir von Gott erfahren, was uns Sinn gibt. In drei Punkten sei dies skizziert: 1. Gottes Ziel mit unserem Leben ist, dass wir zum Glauben kommen. Ohne den rettenden Glauben an den Herrn Jesus Christus gehen wir verloren. Darum sagte Paulus dem Kerkermeister zu Philippi: "Glaube an Jesus, den Herrn! Dann wirst du gerettet und deine Familie mit dir." ( Apostelgeschichte 16,31). In diesem Sinn "Er will ja, dass alle Menschen gerettet werden und die Wahrheit erkennen." ( 1.Timotheus 2,4). Weil diese Errettung für jedes Menschenleben vorrangig ist, sagte der Herr Jesus dem Gichtbrüchigen als Erstes: "Deine Sünden sind dir vergeben! ( Matthäus 9,2). Rettung der Seele hat aus der Sicht Gottes Vorrang vor der Heilung des Körpers. 2. Wenn wir errettet sind, stehen wir im Dienst für Gott: "Dient Jahwe mit Freude!" ( Psalm 100,2). Als Nachfolger Jesu soll unser Leben so ausgerichtet sein, dass wir auch andere zu Jüngern machen ( Matthäus 28,19). 3. "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" ( Matthäus 22,39). Mit diesem Gebot verpflichtet uns Gott zur Liebe nicht nur gegenüber den Fernen in Südafrika und Chile, sondern in erster Linie gegenüber jenen Menschen, die uns unmittelbar anvertraut sind: unser Ehepartner, unsere Kinder, unsere Eltern, unsere Nachbarn, unsere Arbeitskollegen. Dass wir uns selbst lieben, setzt die Bibel als Tatsache voraus, aber dem Nächsten soll diese Liebe ebenso gelten. Was wir im Glauben unter den zuvor genannten Punkten 2 und 3 gewirkt haben, das bezeichnet die Bibel als die Frucht unseres Lebens. Im Gegensatz zu allen vergänglichen Erfolgen ist nur die Frucht bleibend ( Johannes 15,16). Gott sucht sie am Ende unseres Lebens und fragt uns, was wir mit anvertrauten Pfunden (Leben, Zeit, Geld, Begabungen) erwirkt haben ( Lukas 19,11-27). Selbst der Becher kalten Wassers, den wir im Namen Jesu gereicht haben, hat dann Ewigkeitsbedeutung ( Matthäus 10,42). Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Was soll ich von ständig wiederkehrende Träumen, die mich belasten, halten?


Es lassen sich drei Traumarten unterscheiden: 1. Träume von Gott: Die Bibel berichtet von einigen Träumen, in denen Gott mit Menschen geredet hat (z.B. Joseph: Matthäus 1,19-25). Entweder erkannte der Träumende Gott als den unmittelbar Mitteilenden (z.B. Salomo: 1.Könige 3,5-15; Daniel: Daniel 7), oder aber Gott sandte einen Deuter seiner Botschaft (z.B. Joseph deutete im Gefängnis die Träume des Bäckers und des Mundschenks: 1.Mose 40). Träume, in denen Gott zu uns redet, sind daran erkennbar, dass sie uns weder belasten noch ängstigen; sie werden sich gar bald als eine besondere Hilfe in Lebenssituationen herausstellen. Solches Reden Gottes bleibt jedoch nach aller Erfahrung Ausnahmesituationen vorbehalten. 2. Bedeutungslose Träume: Die meisten Träume sind flüchtig und nichtssagend, so wie es auch in Hiob 20,8 zum Ausdruck kommt: "Wie ein Traum löst er sich unauffindbar auf, wie ein weggescheuchtes Nachtgesicht." Die gängige Praxis der symbolischen Traumdeutung ist abzulehnen: "Die Hausgötzen haben nur Unsinn geredet und die Wahrsager Trügerisches geschaut. Sie haben euch erlogene Träume verkündet und spendeten windigen Trost." ( Sacharja 10,2). Auch in dem apokryphen Buch Sirach 34,1-8 finden wir eine hilfreiche Erklärung: »Unweise Leute betrügen sich selbst mit törichten Hoffnungen, und Narren verlassen sich auf Träume. Wer auf Träume hält, der greift nach dem Schatten und will den Wind haschen. Träume sind nichts anderes denn Bilder ohne Wesen ... Eigene Weissagung und Deutung und Träume sind nichts, und machen einem doch schwere Gedanken; und wo es nicht kommt durch Eingebung des Höchsten, da halte nichts davon. Denn Träume betrügen viele Leute, und es geht denen fehl, die darauf bauen.« 3. Träume als nicht verarbeitete Erlebnisse: Aus dem Unbewussten, das dem bewussten Willen und Verstand entzogen ist, können Traumbilder aufsteigen, deren Ursachen einen deutlich erkennbaren Lebensbezug haben: unbewältigte Ängste, nicht eingestandene Schuld, nicht überwundene Erlebnisse (z.B. Kriegseindrücke, Examensängste, Ehekrisen). Von dieser Art sind wohl die Träume des obigen Fragestellers. Eine Befreiung hiervon ist in der begleitenden Seelsorge möglich. Da es sich in den meisten Fällen um Schuldprobleme handelt, ist die Erfahrung der Vergebung der angezeigte Lösungsweg. Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Was ist Sünde?


Ehe die Bibel das Wort »Sünde« nennt, führt sie uns deren Wirkungsgeschichte plastisch vor Augen (1.Mose 3,1-13). Sie bringt nicht erst die Theorie und dann die Praxis, sondern umgekehrt erst die Praxis und leitet dann daraus das Grundsätzliche ab. Die Sünde fand ihren Eingang in diese Welt durch die Frage des Versuchers: "Hat Gott wirklich gesagt..?" (1.Mose 3,1). Sünde ist damit ein Handeln, das dem Willen Gottes entgegengerichtet ist. Passende Spiegel, um die eigene Sündhaftigkeit zu erkennen, sind die Zehn Gebote ( 2.Mose 20,1-17) und die Bergpredigt Jesu ( Matthäus 5-7). Wenn jemand ohne das Wort Gottes lebt, kennt er somit nicht dessen Willen, und damit lebt er automatisch und permanent in Sünde. Das zuerst in der Bibel vorkommende Wort für Sünde (hebr. chattath) in 1. Mose 4,7 bedeutet Zielverfehlung, ebenso ist das griechische »hamartia« zu übersetzen. Weitere Bedeutungen des Wortes Sünde sind Abbiegung, Verdrehung (hebr. awon), Bosheit, Schlechtigkeit (hebr. raa), Gewalttat (hebr. chamas), böse Gesinnung (hebr. räscha). Schon das bloße Fehlen der Gerechtigkeit ist Sünde: "Wehe dem, der seinen Palast mit unrechten Mitteln erbaut" ( Jeremia 22,13). Im Neuen Testament lautet die entsprechende Definition für Sünde: "Und alles, was nicht aus dem Glauben kommt, ist Sünde." ( Römer 14,23). Hermann Bezzel nann te die Reduktion des Menschen auf sich selbst Sünde. In Johannes 16,9 identifiziert Jesus die Generalsünde der Menschen mit der Beziehungslosigkeit ihm gegenüber: "… dass sie nicht an mich glauben." Sünde ist die große Störung in dem Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Wer nicht die Kurskorrektur durch Umkehr und Vergebung ( 1.Johannes 1,9) erfährt, der erlebt die Folge der Zielverfehlung als unabänderliches Gesetz: "Denn der Gewinn aus der Sünde ist nur der (ewige) Tod" ( Römer 6,23). Bei vielen Menschen steht die Gesundheit auf Platz 1 der Rangliste, aber sie beachten nicht die schlimmste Krankheit: Die Sünde – die Krankheit zum Tode. Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Glauben heisst "nicht wissen". Wie kann Glaube gewiss sein?


Mit der Frage des Glaubens haben sich zahlreiche Denker befasst. Wir finden bei ihnen sehr unterschiedliche Positionen, die aber nicht das Ergebnis neutralen Denkens sind, sondern uns ihren persönlichen Standpunkt wieder geben. Kritische Standpunkte: Der Atheist Theo Löbsack vertritt die Auffassung: »Der Glaube verteidigt vorgefasste Überzeugungen und lehnt Erkenntnisse der Wissenschaft ab, wenn sie diesen Überzeugungen widersprechen. Damit ist der Glaube auch letztlich der Todfeind der Wissenschaft.« Ähnlich kritisch äußerte sich Kant: »Ich musste das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen.« Mit dieser unbiblischen Auffassung wurde er zum Wegbereiter verschiedener Philosophieschulen, die dem Glauben diametral gegenüberstanden. Der Leitspruch an einer Wand der Neuen Oberschule in Norf bei Neuß (»Vertraue keinem, der seinen Gott im Himmel hat«) ist die letzte Konsequenz der kritischen Vernunft. Positive Standpunkte: Von dem wohl größten Physiker aller Zeiten, Isaak Newton, stammt der Ausspruch: »Wer nur halb nachdenkt, der glaubt an keinen Gott; wer aber richtig nachdenkt, der muss an Gott glauben.« Mit gleicher Gewissheit bezeugt der berühmte Mathematiker Blaise Pascal (1623 – 1662): »Wie alle Dinge von Gott reden zu denen, die ihn kennen, und ihn enthüllen denen, die ihn lieben, so verbergen sie ihn aber auch allen denen, die ihn nicht suchen und nicht kennen.« Die beiden gegenübergestellten Positionen belegen deutlich, dass der Glaube nicht eine Funktion der Unwissenheit ist, sondern allein von der persönlichen Voreinstellung abhängt.
Diese ändert sich nicht durch philosophische Reflexionen, sondern allein in der Hinkehr zu Jesus Christus, die die Bibel als Bekehrung bezeichnet. Dem nichtbekehrten Menschen sind Fragen des Glaubens eine Torheit ( 1.Korinther 1,18), und er kann sie nicht verstehen ( 1.Korinther 2,14). Der von Christus erfasste Mensch jedoch wird in alle Wahrheit geleitet ( Johannes 16,13), sein Glaube hat ein festes Fundament ( 1.Korinther 3,11), und sein Glaube ist etwas äußerst Gewisses: "Was ist also der Glaube? Er ist die Grundlage unserer Hoffnung, ein Überführtsein von Wirklichkeiten, die man nicht sieht" ( Hebräer 11,1). Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Gibt es ein Leben nach dem Tod?


Die riesigen Pyramiden der Ägypter belegen die damaligen Kenntnisse der Bautechnik und Architektur, aber mehr noch sind es gewaltige Zeugnisse einer Menschheit, die an ein Weiterleben nach dem Tode glaubt. Es gibt keine Kultur und keinen Stamm auf dieser Erde ohne diesen Glauben. Von dieser Tatsache sind noch nicht einmal die Atheisten ausgenommen. Als nach dem Tode des Revolutionärs Nordvietnams Ho Chi Minh (1890-1969) sein Testament vor der kommunistischen Prominenz verlesen wurde, stand dort: »Ich gehe hin, um die Genossen Marx, Lenin und Engels wiederzutreffen.« Woran liegt das? Nun, auch "die Ewigkeit hat er (=Gott) den Menschen ins Herz gelegt" ( Prediger 3,11). Der Tod ist für uns eine Mauer, über die wir nicht hinüberschauen können; aber Einer hat sie durchbrochen. Er war drüben und kam von der jenseitigen Welt zurück: Es ist der Herr Jesus Christus! Er starb am Kreuz und ist am dritten Tag auferstanden von den Toten. Von diesem Sieger über den Tod haben wir die Gewissheit, unsere Existenz hört nicht mit dem Tode auf. Er hat uns die Realitäten von Himmel und Hölle bezeugt. Wir sind Ewigkeitsgeschöpfe und durch den Glauben an ihn zum ewigen Leben berufen: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt." ( Johannes 11,25). Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Was ist das "ewige Leben"?


In der Sprache des Neuen Testaments gibt es zwei völlig verschiedene Wörter für das deutsche Wort »Leben«: bios und zoä. Bios meint das biologische Leben des Menschen, aber auch aller außermenschlichen Kreatur. Dieses Leben eilt schnell und flüchtig dahin wie ein Strom, wie ein Schlaf, wie eine bald verwelkende Blume ( Psalm 90,5; Psalm 103,15). In Hiob 14,1-2 lesen wir: "Der Mensch, geboren von der Frau, ist knapp an Tagen und unruhevoll. Er blüht wie eine Blume auf und verwelkt, er flieht wie ein Schatten, hat keinen Bestand." An anderer Stelle wird dieses enteilende Leben mit Dampf schwaden verglichen: "Was ist denn euer Leben? Es ist nur ein Dampf, der kurze Zeit sichtbar ist und dann verschwindet." ( Jakobus 4,14). Von Otto v. Bismarck stammt der Ausspruch: »Das Leben ist ein geschicktes Zahnausziehen. Man denkt immer, das Eigentliche solle erst kommen, bis man plötzlich sieht, dass alles vorbei ist.« Der Dichter Chr. Fr. Hebbel meinte: »Das Leben ist eine in siebenfaches Goldpapier eingewickelte Bittermandel«, und der Essayist Adolf Reitz definierte das Leben als »ein Massengrab der Hoffnungen und Enttäuschungen.« Die Bibel gibt uns hingegen eine völlig andere Perspektive: Wo Menschen ihr Leben als gute Gabe Gottes entdecken und es in der Nachfolge Jesu gestalten, bekommt es eine neue Dimension, das mit dem griechischen »zoä« beschrieben ist. Zoä ist Leben aus Gott, jenes wesenhafte, unauflösliche, ewige Leben. Jesus Christus ist in diese Welt gekommen, um uns das ewige Leben zu bringen. So ist es nicht nur mit seiner Person verknüpft; in ihm begegnet uns direkt das ewige Leben. Jesus sagt in Johannes 14,6: "Ich bin … das (ewige!) Leben" (griech. zoä). Diese Identität von Jesus und ewigem Leben bezeugt auch der Apostel Johannes: "Ja, das Leben ist erschienen. Das können wir bezeugen. Wir haben es gesehen und verkündigen es euch: das ewige Leben, das beim Vater war und bei uns sichtbar geworden ist." ( 1.Johannes 1,2). Wer an Jesus glaubt, wer ihn als Herrn hat, der hat damit auch ewiges Leben ( 1.Johannes 5,12). Mit der Verheißung des ewigen Lebens ( 1.Johannes 2,25) steht unser zeitliches Leben auf einer ewigen Grundlage. Nur von daher wird es verständlich, dass Jünger Jesu um des Glaubens willen Verfolgung, Gefängnis und Folter ertragen und sogar in den Tod gehen, aber nicht ihren Herrn verleugnen. Das ewige Leben wird in seiner ganzen Fülle erst nach der Auferstehung offenbar: "Und viele ... werden erwachen: die einen zum ewigen Leben und die anderen zur Schande, zur ewigen Abscheu." ( Daniel 12,2). In diesem Leben haben wir nicht nur die Zusage des ewigen Lebens, sondern schon jetzt Anteil an Gottes und Christi Lebensfülle, Existenz und Herrlichkeit. Wenn der Glaube zum Schauen gelangt, werden wir Jesus und den Vater von Angesicht zu Angesicht schauen.

Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Wann beginnt das ewige Leben?


Nach dem Zeugnis der Bibel gibt es nur zwei Arten der ewigen Existenz: ewiges Leben oder ewige Verlorenheit. Darum ist es nach einem Wort von Heinrich Kemner das größte Verlustgeschäft, ohne Jesus zu leben und zu sterben. In Johannes 3,15 wird betont, "damit jeder, der ihm vertraut, ewiges Leben hat.". Die Zueignung des ewigen Lebens geschieht somit nicht erst nach dem Tode, sondern gilt vom Augenblick der Bekehrung an: "Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben" ( Johannes 3,36). Dieser Glaube trägt das Siegel der Auferstehung Jesu von den Toten und steht damit auf einer absoluten und unwandelbaren Grundlage. Gott legt Wert darauf, dass eine feste Gewissheit in uns ist: "Ich habe euch das alles geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, denn ihr glaubt ja an Jesus, den Sohn Gottes." ( 1.Johannes 5,13). Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)




Wie kann ich mir den Himmel vorstellen?


Alle menschliche Vorstellungskraft reicht nicht aus, um sich die Herrlichkeit des Himmels vorstellen zu können. Paulus wurde ein Blick bis in den dritten Himmel ( 2.Korinther 12,2) gewährt. Er schreibt in anderem Zusammenhang von der verborgenen Weisheit Gottes, die uns der Geist Gottes schon hier auf Erden kundtut, und bemerkt dazu: Was kein Auge je gesehen und kein Ohr jemals gehört, was keinem Menschen je in den Sinn kam, das hält Gott für die bereit, die ihn lieben." ( 1.Korinther 2,9). Wieviel mehr gilt diese Beschreibung für die uns noch unsichtbare Herrlichkeit Gottes und für den Himmel! Die Bibel vermittelt uns kein voll ständiges Bild des Himmels, dennoch zeichnet sie ihn in vielen Facetten, von denen wir hier einige betrachten wollen. Der Glaube darf es im Vorgeschmack wahrnehmen, das Schauen wird unbeschreiblich sein. 1. Der Himmel, ein Reich: Alle Reiche dieser Welt vergehen, ihre irdische Macht ist nur begrenzt. Das Deutsche Kaiserreich von 1871 hat keine fünfzig Jahre erreicht. Das Dritte Reich wurde als das Tausendjährige propagiert, aber es endete nach 12 Jahren in Schutt und Asche. Der Himmel hingegen ist ein ewiges Reich ( 2.Petrus 1,11), das kein Ende haben wird. Es ist ein "unerschütterliches Reich" ( Hebräer 12,28). Es ist das ersehnte himmlische Vaterland ( Hebräer 11,16), in dem die Herrschaft Gottes mit einer vollkommenen Regierung restlos anerkannt werden wird. Die zu Christus Gehörigen werden mit ihm regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit ( Offenbarung 22,5; Lukas 19,17+19). 2. Der Himmel, das Vaterhaus: Im Gegensatz zu allen irdischen Häusern und Wohnungen ist der Himmel ein unvergänglicher Ort: "Denn hier auf der Erde haben wir keine Heimat. Unsere Sehnsucht gilt jener künftigen Stadt, zu der wir unterwegs sind." ( Hebräer 13,14). Diese Stadt hat Gott selbst vorbereitet ( Hebräer 11,16), und der Herr Jesus ist der Gestalter des ewigen Domizils: "Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen ... Ich gehe jetzt voraus, um einen Platz für euch vorzubereiten." ( Johannes 14,2). Alle, die zu Christus gehören, haben hier ewiges Bürgerrecht; sie sind Gottes Hausgenossen ( Epheser 2,19). Im »Vaterunser« heißt es: "Unser Vater im Himmel" ( Matthäus 6,9), und in Johannes 17,24 betet der Herr Jesus: "Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen nämlich meine Herrlichkeit sehen können". Der Himmel ist unser Vaterhaus, weil Gott dort wohnt ( 1.Mose 24,7; Psalm 115,3; Matthäus 6,9). Es ist ebenso der Wohnort Jesu. Von dort ist er zu uns in die Welt gekommen ( Johannes 3,13; Johannes 6,38), und dort hin ist er nach seiner Himmelfahrt wieder aufgenommen ( Lukas 24,51; Apostelgeschichte 1,11). Bei seiner Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit wird er von dort kommen und die Seinen zu sich nehmen. 3. Der Himmel, unsere Heimat: Während des letzten Krieges verloren Millionen von Ostpreußen, Pommern und Schlesiern ihre alte Heimat. Von Generation zu Generation wohnten die Menschen in diesen Gebieten bis zum Tag der Flucht oder der Vertreibung. Der Verfasser ist selbst Augenzeuge dieser schrecklichen Ereignisse. Wir Menschen sind auf Heimat angelegt.Nietzsche beklagte seine geistige Unbehaustheit mit den Worten: »Weh dem, der keine Heimat hat!« In dieser Welt gibt es nur eine Heimat auf Zeit, darum schreibt Paulus an die Philipper ( 3,20): " Doch wir haben unser Bürgerrecht im Himmel. Von dort her erwarten wir auch unseren Retter und Herrn Jesus Christus." 4. Der Himmel, Ort der Freude: Ein Hochzeitsfest ist auch nach irdischen Maßstäben ein Anlass besonderer Freude. Der Himmel wird uns in der Bibel im Bild der Hochzeit als ein ewiges Fest der Freude beschrieben: "Wir wollen uns freuen und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn jetzt ist die Hochzeit des Lammes gekommen und seine Braut hat sich dafür schöngemacht." ( Offenbarung 19,7). Jesus Christus, das Lamm Gottes, das geduldig die Sünde der Welt trug und sie am Kreuz tilgte, ist nun der Bräutigam und seine Gemeinde die Braut. Diese errettete Schar aus allen Völkern, Stämmen und Nationen beschreibt Jesus in Lukas 13,29: "Doch dann werden Menschen aus allen Himmelsrichtungen kommen und eure Plätze im Reich Gottes einnehmen." 5. Der Himmel, Ort ohne Sünde: Unsere Welt ist durchdrungen von den Folgen der Sünde: Leid, Not, Schmerz, Geschrei, Krankheit, Krieg und Tod. Im Himmel aber "wird wird es nichts mehr geben, was unter dem Fluch" ist. ( Offenbarung 22,3). Gott wird sein alles in allem, und er selbst macht alles neu: "Jede Träne wird er von ihren Augen wischen. Es wird keinen Tod mehr geben und auch keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war, ist für immer vorbei."" ( Offenbarung 21,4). Bei solchem Blick kann Paulus auch zeitliche Trübsal er dulden: "Übrigens meine ich, dass die Leiden der jetzigen Zeit im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns sichtbar werden wird, überhaupt nicht ins Gewicht fallen." ( Römer 8,18). 6. Der Himmel, Ort der Krönung: Alles, was wir in diesem Leben im Namen des Herrn Jesus tun, hat eine ewigkeitliche Dimension. Es hat bleibenden Charakter. So kann Paulus am Ende seines irdischen Weges sagen: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, das Ziel erreicht und den Glauben unversehrt bewahrt. Jetzt liegt der Ehrenkranz für mich bereit, die Gerechtigkeit, die der Herr als gerechter Richter mir an jenem großen Tag zuerkennen wird – aber nicht nur mir, sondern auch allen anderen, die sich auf sein sichtbares Wiederkommen freuen." ( 2.Timotheus 4,7-8). Von einer solchen Krönung spricht auch der erhöhte Herr in Offenbarung 2,10: "Bleib mir treu bis zum Tod! Dann gebe ich dir den Siegeskranz des [ewigen] Lebens" 7. Der Himmel, unser Ziel: Das höchste Ziel, das uns Menschen gesetzt ist, besteht darin, durch den Glauben an Jesus den Himmel zu erreichen. In 1. Petrus 1,8-9 weist der Apostel auf dieses Ziel hin: "Ihn (=Jesus) liebt ihr ja, obwohl ihr ihn noch nie gesehen habt, an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn auch jetzt nicht seht, und jubelt in unsagbarer, von Herrlichkeit erfüllter Freude. So werdet ihr das Ziel eures Glaubens erreichen: eure Rettung." Bibelstellen © 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10)





Wenn sie eigene Fragen haben, dann nutzen sie bitte unser nachfolgendes Kontaktformular.

KONTAKT & ANFAHRT

EFG TheRock Christuskirche 
Riensbergstraße 43 

13599 Berlin (Haselhorst) 

VIDEOS ÜBER DEN GLAUBEN